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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Der Einfluss von Infektionsstatus und Erregergruppe auf die Konsolidierung von Pseudarthrosen – eine retrospektive Analyse von 517 PatientInnen

Sarah Beyer - Heidelberg Trauma Research Group, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Tim Bewersdorf - Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg, Heidelberg Trauma Research Group, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Jessica Böpple - Heidelberg Trauma Research Group, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Thomas Ferbert - Heidelberg Trauma Research Group, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Gerhard Schmidmaier - Heidelberg Trauma Research Group, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Sebastian Findeisen - Heidelberg Trauma Research Group, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Infektpseudarthrosen (IPA) sind eine schwer zu therapierende Gruppe der Pseudarthrosen (PA). Der genaue Einfluss der Erregergruppe (EG) auf Konsolidierungsrate (CR) und -zeit (CT) ist jedoch unzureichend untersucht. Diese Studie evaluiert daher den Einfluss des Infektionsstatus und verschiedener EG auf CR und CT. Zudem wurden Risikofaktoren (RF) für IPA und ausbleibende Konsolidierung (AK) identifiziert.

Material und Methoden: Von 2010–2025 wurden in dieser monozentrischen retrospektiven Studie 601 PatientInnen (Pat.), bei welchen eine Masquelet-Therapie (MT) zur Behandlung einer PA durchgeführt wurde, gescreent. 517 Pat. mit einem Follow-Up von ≥12 Monaten oder vorzeitiger Konsolidierung wurden inkludiert. Intraoperativ gewonnene PA-Proben wurden mikrobiologisch analysiert und IPA in 7 EG eingeteilt. Konsolidierung wurde bei einem Lane-Sandhu-Score von ≥3 in Röntgen- oder CT-Aufnahmen angenommen. Statistische Auswertung erfolgte mit Chiquadrat-Tests, Kaplan-Meier-Analyse und multivariater logistischer Regression (MLR). p≤0.05.

Ergebnisse: In 51,9% (n=312) der Fälle wurde ein Keim detektiert (74 verschiedene Spezies), bei 48,1% (n=289) wurde kein Keim isoliert. Die CR bei Pat. mit IPA war signifikant niedriger im Vergleich zu Pat. mit nicht infizierten PA (NIPA) (72,1% vs. 90,7%; p<0,001), die CT signifikant länger (14 vs. 10 Monate; p<0,001). Weder CR (p=0,622) noch CT (p=0,841) unterschieden sich signifikant zwischen den EG (Abbildung 1 [Abb. 1]). Multiresistente Keime (MK) waren selten (n=14). In 50% der Fälle (n=7) konnte eine Infektkontrolle nur durch Amputation erreicht werden. War eine MT möglich (n=7), wurde eine Konsolidierung in 42,9% (n=3) erreicht. Die Tabelle 1 [Tab. 1] zeigt die MLR der RF für IPA und AK nach MT.

Abbildung 1

Tabelle 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Aufgrund des hohen Anteils an IPA, einer OR von 3,9 für Therapieversagen, sowie signifikant schlechteren CR und CT sollte jede PA bis zum Gegenbeweis als IPA behandelt werden. Zudem gilt es bei der Nachsorge der IPA die verlängerte CT zu berücksichtigen, um unnötige Revisions-Operationen zu vermeiden. CR und CT waren unabhängig von der EG, abgesehen von MK. Bei nur 20% aller Pat. mit MK konnte eine Konsolidierung erreicht werden, während bei der Hälfte der Pat. eine Amputation zur Infektkontrolle notwendig war. Auch wenn diese Ergebnisse aufgrund der geringen Fallzahl nicht signifikant waren, deutet dies auf eine desaströse Prognose bei IPA mit MK hin. Während DM und OF wichtige RF für IPA und AK nach MT sind, war die TL mit einem erhöhten Risiko für IPA, und NA mit schlechteren CR assoziiert. Diese Studie zeigt deutlich, dass PA oft infektassoziiert sind und dass Infektion der wichtigste RF für eine AK ist. Einer adäquaten Infektsanierung kommt daher große Bedeutung in der Therapie von PA zu.