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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Rekonstruktion von Knochendefekten: Defektgröße als prognostischer Marker für die Vollbelastung

Jasper Frese - BG Klinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland
Johan-Christen Seeliger - BG Klinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland
Arndt-Peter Schulz - BG Klinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland
Ulf-Joachim Gerlach - BG Klinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland
Cornelius Grimme - BG Klinikum Hamburg, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Der Segmenttransport und die Masquelet-Technik sind etablierte Verfahren zur Rekonstruktion von Knochendefekten der Extremitäten. Für die am BG Klinikum Hamburg behandelte Masquelet-Kohorte (n = 171) wurde eine kritische Defektgröße von etwa 62 mm beschrieben, oberhalb derer eine Vollbelastung seltener erreicht wurde. Ziel dieser Studie war es, Einflussfaktoren auf die Vollbelastungsfähigkeit nach Segmenttransport zu analysieren und die Ergebnisse im direkten Vergleich zur Masquelet-Kohorte zu setzen.

Material und Methoden: In einer retrospektiven monozentrischen Kohortenanalyse wurden 100 Patienten untersucht, die zwischen 2011 und 2021 am BG Klinikum Hamburg mittels Segmenttransport behandelt wurden. Die Patienten wurden nach erreichter Vollbelastung stratifiziert. Analysiert wurden demographische Daten, Defektcharakteristika, Komplikationen sowie sekundäre Stabilisationsverfahren. Die Ergebnisse wurden deskriptiv ausgewertet und den publizierten Daten der Masquelet-Kohorte gegenübergestellt.

Ergebnisse: Das mittlere Alter betrug 44 ± 16 Jahre, 77% der Patienten waren männlich. Die Tibia stellte mit 67% die häufigste Defektlokalisation dar. Die mittlere Defektgröße lag bei 92,9 ± 53,5 mm und damit deutlich über der Masquelet-Kohorte. Insgesamt erreichten 75% der Patienten eine Vollbelastung. Mit zunehmender Defektgröße nahm die Wahrscheinlichkeit einer Vollbelastung ab. Eine Defektgröße von 77,5 mm stellte einen möglichen Schwellenwert dar, oberhalb dessen Vollbelastung seltener erreicht wurde. Im Vergleich zeigte die Masquelet-Kohorte (n = 171) bei geringeren mittleren Defektgrößen und einer kritischen Defektstrecke von etwa 62 mm eine höhere Vollbelastungsrate von 89%.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Defektgröße stellt in beiden Verfahren einen zentralen prognostischen Parameter für das Erreichen der Vollbelastung dar. Im direkten Vergleich zur Masquelet-Kohorte zeigt sich beim Segmenttransport eine höhere relevante kritische Defektgröße bei gleichzeitig größeren Defekten und geringerer Vollbelastungsrate. Aufgrund des retrospektiven und deskriptiven Studiendesigns sollte der identifizierte Schwellenwert mit Vorsicht interpretiert werden, kann jedoch als orientierender Parameter in der klinischen Entscheidungsfindung dienen. Weitere prospektive Studien sind zur Validierung erforderlich.