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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Augmented-Reality gestützte Biospieentnahme bei Knochensarkomverdacht – eine prospektive Machbarkeitsstudie

Sebastian Koob - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Milena Plöger - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Kilian Schwind - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Richard Placzek - Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Alice Jacob - Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Knochensarkomerkrankungen stellen einen nur sehr kleinen prozentualen Anteil der Malignome dar, erheben jedoch hohe Ansprüche an die operative Expertise und Erfahrung des behandelnden Tumororthopäden. Der diagnostische Pfad beinhaltet neben der obligaten Schnittbildgebung auch immer eine bioptische Sicherung der Entität. In den letzten Jahren haben zudem neue interaktive Visualisierungsmethoden unter Einsatz von AR (Augmented Reality) - und VR (Virtual Reality) -Technik Einzug in den OP gehalten. Inhalt der vorliegenden Studie ist die intraoperative Lokalisation von Inzisionsbiopsiezugängen bei unklaren Knochenläsionen mit Sarkomverdacht mit Hilfe von Augmented Reality.

Material und Methoden: In dieser prospektiven klinischen Studie wurden die MRT- und CT-Bildgebungen von 25 Patienten mit einem Knochensarkomverdacht jedweder Lokalisation mittels Segmentierungssoftware (3D-Slicer, https://www.slicer.org/) für die Anwendung mit einer AR-Brille (Apple Vision Pro, Cupertino Cal, USA) intraoperativ vorbereitet. Nach Visualisierung der Tumorregion mittels AR erfolgte eine Einzeichnung des Zuganges über einen farblosen UV-Marker, um die nachfolgende Einschätzung nicht zu beeinflussen. Anschließend wurde durch einen zweiten zertifizierten Tumororthopäden der Zugangsweg über eine BV-Darstellung als Kontrolle durchgeführt und die beiden Markierungen verglichen. Zudem wurden sekundäre Parameter wie Handbarkeit, Nebenwirkungen des Tragens der AR-Brille, Zeitaufwand und vor allem die BV-Bestrahlungsdauer gemessen.

Ergebnisse: Bei allen 25 Patienten hat die Zugangslokalisation mittels AR-Brille einen, nach onkologischen Kriterien nutzbaren Zugangsweg ergeben. Die mittlere Abweichung vom BV-geplanten Zugangsweg betrug longitudinal 1,81 (± 1,34) cm, lateral 1,60 (± 1,30) cm. Die dadurch vermeidbare Strahlendosis betrug 0,114 (± 0,11) mGy (Äquivalent: ca. 1 Röntgen-Thorax). Die mittlere Zeitdauer zur Ermittlung des Zugangs mittels AR betrug 3,8 (±1,3) min, mittels BV 3,2 (± 1,5) min (ns, p=0,14). Es wurden keine relevanten Nebenwirkungen durch das Tragen der Brille im Untersuchungszeitraum festgestellt.

Diskussion und Schlussfolgerung: Auf der Basis unserer Daten können Knochenbiopsien bei Sarkomverdacht ohne Strahlenbelastung des Patienten sicher über eine AR-gestützte Technik durchgeführt werden. Aufgrund der kurzen Tragedauer der Brille zeigten sich keine typischen Nebenwirkungen wie AR/VR-Sickness oder Kopfschmerzen. Gemäß aktueller Literaturrecherche handelt es sich um die erste Studie zur AR-Biopsietechnik bei Sarkomerkrankungen.