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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Strukturierte Ausbildung in O&U: Eine Mixed-Methods-Analyse zur Optimierung des Blockpraktikums im Standortvergleich

Christopher Cramer - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Karl-Heinz Frosch - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Marie-Sophie Dependehner - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an qualifiziertem chirurgischem Nachwuchs ist die kompetenzorientierte Ausbildung in klinischen Blockpraktika von zentraler Bedeutung. Die vorliegende Arbeit evaluiert das Blockpraktikum Unfallchirurgie in Hamburg im Vergleich zu den Standorten Göttingen, Lübeck und Köln, um evidenzbasierte Optimierungsoptionen abzuleiten. Im Zentrum stehen der Vergleich der Organisationsstrukturen sowie die Identifikation prozessualer Hebel und didaktischer Interventionen, welche die wahrgenommene Lehrwirksamkeit und die aktive Einbindung der Studierenden in den unfallchirurgischen Alltag maßgeblich beeinflussen.

Material und Methoden: Es wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, der verschiedene Datenquellen trianguliert. Die quantitative Basis bilden aggregierte Semesterevaluationen des UKE über sieben Kohorten vom SS2022 bis zum SS2025, wobei das globale Item zur Gesamtzufriedenheit auf einer sechsstufigen Skala analysiert wurde. Die qualitative Analyse umfasst 90 studentische Freitextkommentare, die mittels einer regelgeleiteten Inhaltsanalyse nach Mayring strukturiert wurden. Hierbei kam eine KI-gestützte Erstcodierung (GPT-5) mit anschließender manueller Revision zum Einsatz. Ergänzend wurde ein systematischer Dokumentenvergleich der unfallchirurgischen Curricula an vier deutschen Standorten durchgeführt, um Best-Practice-Elemente zu identifizieren.

Ergebnisse: Die quantitativen Daten des UKE belegen mit Mittelwerten zwischen M=4,82 und M=5,13 eine stabil positive Gesamtwahrnehmung. Die qualitativen Befunde konkretisieren jedoch prozessuale Engpässe an den Schnittstellen des Praktikumstags: Häufige Kritikpunkte sind Zeitkollisionen mit Visiten, unklare Zuständigkeiten bei der Abholung und eine variable Einbindungstiefe. Der Standortvergleich verdeutlicht Unterschiede in der Taktung: Während das UKE semesterbegleitend vier Termine à drei Stunden mit Rotation durch Station, OP und Zentrale Notaufnahme (ZNA) anbietet, organisieren Göttingen und Lübeck überwiegend vollzeitige Blockwochen. Programme werden von den Studierenden dann als besonders robust und lehrreich erlebt, wenn klare Rotationspläne, benannte Ansprechpersonen und eine garantierte Mindestexposition für praktische Tätigkeiten verbindlich abgesichert sind.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass eine Steigerung der Lehrwirksamkeit in O&U primär durch eine Absicherung organisatorischer Schnittstellen und nicht zwingend durch curriculare Neuerungen erreicht wird. Als prozessuale Hebel für das UKE werden standardisierte Start-Briefings zur Rollenklärung, die Einführung eines longitudinalen „Continuity Case“ sowie die Verankerung kompakter Skills-Module mit Checklisten empfohlen. Zudem sollte in einer evaluierten Pilotgruppe geprüft werden, ob eine Blockwoche durch längere Kontinuitätsfenster und klarere Verantwortlichkeiten einen zusätzlichen Lernmehrwert gegenüber verteilten Einzelterminen generiert. Die Umsetzung dieser Maßnahmen kann dazu beitragen, die Begeisterung für das Fach nachhaltig zu fördern.