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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ich glaub dir geht’s nicht richtig… – Status quo des Surgeon Well Being in Deutschland

Benedikt Braun - BG Klinik Tübingen, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland
Tina Histing - BG Klinik Tübingen, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland
Dannik Haas - BG Klinik Tübingen, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland
Carolina Vogel - BG Klinik Tübingen, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland
Tillmann Krones - St. Josefs-Hospital Wiesbaden, Wiesbaden, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Strukturelle Verbesserungen im Gesundheitssystem haben lange Latenzzeiten! In Anbetracht der Diskrepanz zwischen einem spannenden Fachgebiet und mitunter widrigen Rahmenbedingungen sowie vor dem Hintergrund von hohen Burnout-Raten und einem zunehmenden Nachwuchsmangel stellt sich die Frage: Was können wir jetzt tun? Das im angloamerikanischen schon weit verbreitete Konzept des „Surgeon Well-Being“ ist dabei kein Modetrend, sondern eine Voraussetzung für chirurgische Leistungsfähigkeit, Patientensicherheit und allgemeine Zufriedenheit. Da dieses Konzept im europäischen Raum bislang nur wenig Beachtung findet ist es das Ziel dieser Arbeit, dieses Konzept vorzustellen, die mentale Verfassung des chirurgischen Nachwuchses objektiv abzubilden und Strategien für die individuelle Resilienz und den institutionellen Support abzuleiten.

Material und Methoden: Um das subjektive Stressempfinden zu messen, nutzten wir die aktuelle BDC-Weiterbildungsumfrage. Dimensionen wie emotionale Erschöpfung und Selbstwirksamkeit bei Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung (WBA) wurden hier mittels WHO-5 Well-Being Index und Perceived Stress Scale (PSS) valide quantifiziert.

Ergebnisse: Die Analyse von 212 Datensätzen zeigt eine besorgniserregende Realität: Mehr als die Hälfte der Befragten weisen im WHO-5-Index Werte auf, die auf ein kritisches Defizit des Wohlbefindens hindeuten. In der Stress-Skala (PSS) gaben über 30% der WBA an, regelmäßig Kontrollverlust und Hilflosigkeit zu erleben. Über 35% sahen sich häufig nicht in der Lage, wichtige Dinge in ihrem Leben zu kontrollieren – ein Kernsymptom der Depersonalisierung.

Diskussion und Schlussfolgerung: Wir beobachten eine Generation, die trotz hoher Motivation Gefahr läuft, im System „auszubrennen“. Die bloße Beschreibung des Problems reicht nicht mehr aus. Die erhobenen Daten unterstreichen die Notwendigkeit, Konzepte wie „Mindfulness“ und Resilienztraining fest in das chirurgische Curriculum zu integrieren. Wir müssen uns selbst helfen, um im System zu bestehen – nicht als Ersatz für bessere Arbeitsbedingungen, sondern als notwendige Akutmaßnahme, um die Freude am Beruf zu behalten und die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.