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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Die Kongruenz des Humeroulnargelenkes – eine radiologische Studie zum Kontext von Coronoidfrakturen und posttraumatischen Deformitäten

Maximilian Josefiak - Orthopädische Klinik Paulinenhilfe, Stuttgart, Deutschland
Marco Schneider - Praxisklinik Aachen Orthopädie, Aachen, Deutschland
Christoph Atzner - Diakonie-Klinikum Stuttgart, Stuttgart, Deutschland
Boris Hollinger - Orthopädische Klinik Markgröningen, Markgröningen, Deutschland
Klaus Burkhart - Diakonie-Klinikum Stuttgart, Stuttgart, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Kongruenz des Humeroulnargelenkes ist ein essentieller Faktor der Stabilität des Ellenbogens. Olecranon und Coronoid umschließen in der Sagitalebene die Tochlea humeri und fügen sich in der Coronoarebene durch ihre Konvexität perfekt in die Konkavität der Trochlea. Diese beiden Faktoren führen zu einer hohen Formschlüssigkeit, die die Grundlage der Ellenbogenstabilität bildet. In Fällen von chronischen Coronoiddefekten im Rahmen PMRI, die mittels knöchernen Aufbaus des Coronoides behandelt wurden, beobachteten wir in der Sagitalebene unterschiedliche ausgeprägte Abweichungen dieser Kongruenz, die in dieser Studie aufgearbeitet werden sollen. Hypothese der Arbeit war, dass unverletzte und akut verletzte Ellenbögen eine Parallelität des humeroulnaren Gelenkspaltes aufweisen, die im Rahmen der chronischen posteromedialen Subluxation verloren geht.

Material und Methoden: Die humeroulnare Kongruenz des Ellenbogens wurde im CT an 3 Gruppen untersucht: 1. Unverletze Ellenbögen (n= 40), 2. Ellenbögen mit akuter PMRI bei Coronoidfraktur O´Driscoll Typ 2 (n=15), 3. Ellenbögen in chronischer PMRI (n=10). Die Kongruenz des Humeroulnargelenkes wurde in der Axial- und Sagitalebene untersucht. Die Weite des Gelenkspaltes zwischen Ulna und Humerus wurde in 3 sagitalen Schnitten (ulnar, zentral, radial) an jeweils 4 Stellen in mm gemessen. Differenzen der Weite < 0,5 mm wurden als parallel definiert.

Ergebnisse: Unverletzte Ellenbögen zeigten eine überwiegend parallele Ausrichtung des humeroulnaren Gelenkspaltes mit geringen Abweichungen unterhalb des definierten Grenzwertes von. Auch bei akut verletzten Ellenbögen traten zwar größere Schwankungen der Gelenkspaltweite auf, eine systematische Aufhebung der Parallelität ließ sich jedoch nicht nachweisen. Im Gegensatz dazu zeigten Ellenbögen mit chronischer PMRI konsistente und reproduzierbare Abweichungen der Gelenkspaltweite mit Differenzen deutlich über 0,5 mm. Diese Abweichungen betrafen gleichzeitig die ulnare, zentrale und/oder radiale sagittale Ebene und zeigten einen strukturellen Verlust der sagittalen Parallelität.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass die Gelenkflächen von Ulna und Humerus in der sagitalen Schichtung parallel verlaufen. Auch bei akuten Instabilitäten ist die Parallelität der Gelenkflächen gegeben, auch wenn diese durch eine Subluxation temporär aufgehoben sein kann. Bei der chronischen PMRI zeigen sich knöcherne Deformitäten, die die Parallelität des Gelenkspaltes aufheben. Anhand von Verlaufs-CTs können wir zeigen, dass diese Deformitäten nicht anlagebdingt sind und durch die posteromediale Subluxation sekundär entstehen. Diese Deformitäten heben die Gelenkkongruenz auf und bergen damit das Risko der Restinstabilität auch nach knöchernem Aufbau des Glenoides (mit oder ohne additiver Bandpalstik des MCL und/oder LCL), der die Korrektur der Deformität bisher nicht einschließt. Auf Basis dieser Daten sollte in Zukunft mehr Augenmerk auf sekundäre Coronoiddeformitäten und deren Korrektur im Rahmen des Glenoidaufbaus gelegt werden.