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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Revisionsfreies Überleben der arthroskopischen proximalen vorderen Kreuzband (VKB)-Naht mit additiver Suture-Augmentation (SA) im Langzeit-Follow-Up sowie eine Risikofaktorenanalyse für Revisionen

Anna Patricia Egert - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Kristian Nikolaus Schneider - Klinik für allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Georg Gosheger - Klinik für allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Jan Christoph Theil - Klinik für allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Jan Frederik Weller - UKE, Hamburg, Hämatologie und Onkologie, Hamburg, Deutschland
Alexander Klug - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Georg Ahlbäumer - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinik Gut, St. Moritz, Schweiz

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die arthroskopische Refixation proximaler Rupturen des vorderen Kreuzbandes mit zusätzlicher Suture-Augmentation (SA) (InternalBrace, Fa. Arthrex, Naples/USA) stellt eine gelenkerhaltende Alternative zur VKB-Ersatzbandplastik dar. Während für dieses Verfahren zunehmend gute funktionelle Ergebnisse berichtet werden, sind Langzeitdaten zum revisionsfreien Überleben sowie zu potenziellen Risikofaktoren für Revisionen begrenzt. Ziel dieser Studie war es, das revisionsfreie Überleben nach arthroskopischer VKB-Refixation mit SA zu analysieren und mögliche Risikofaktoren für Revisionen zu evaluieren.

Material und Methoden: In dieser retrospektiven Analyse wurden 67 konsekutive Patienten (20 männlich, 47 weiblich, Durchschnittsalter 48 ± 13 Jahre) evaluiert mit einem Mindest-Follow-Up von 72 Monaten (Median 79 Monate (IQR 75–97 Monate), die zwischen 01/2017 und 03/2019 eine arthroskopische VKB-Refixation mit zusätzlicher SA erhielten. Kriterien für das genannte Verfahren waren der klinische und radiologische Nachweis einer proximalen VKB-Ruptur (Sherman Typ I und II) mit erhaltenem Synovialschlauch und ein Intervall von Verletzung zu OP von <14 Tagen. Identifiziert wurden Patienten mit einer durchgeführten Revisionsoperation und Risikofaktoren mit der Kohorte ohne Revisionsoperation verglichen. Das revisionsfreie Überleben wurde mittels Kaplan-Meier-Analyse unter Angabe von 95%-Konfidenzintervallen (KI) und Unterschiede mit dem Log-Rank-Test berechnet. Die statistische Auswertung erfolgte durch parametrische und nicht-parametrische Tests abhängig von der Datenverteilung mittels Mann Whitney U-Test oder t-Test. Das Signifikanzniveau wurde bei p < 0.05 festgesetzt.

Ergebnisse: Bei 13 (16,2%) Patienten wurde nach einem Median von 36 Monaten (IQR 12–61 Monate) eine Revisionsoperation durchgeführt, davon bei 6 aufgrund einer Re-Ruptur und bei 7 aufgrund einer chronischen Instabilität. Die revisionsfreie Überlebenswahrscheinlichkeit lag bei 94% (95% KI 89–99) nach einem Jahr, 91% (95% KI 85–98) nach drei Jahren, 90% (95% KI 83–97) nach vier Jahren, 88% (95% KI 80–95) nach fünf Jahren sowie 83% (95% KI 74–92) nach sieben Jahren postoperativ. Weder das Alter zum Zeitpunkt der Operation (p=0,755), der BMI (p=0,586), das Geschlecht (p=0,589) noch eine Operation am Unfalltag (p=0,954) zeigten keinen signifikanten Einfluss auf das revisionsfreie Überleben. Ebenfalls unbeeinflusst zeigt sich das revisionsfreie Überleben von begleitenden Meniskus- oder ligamentären Begleitverletzungen. Auch eine Dauer der postoperativen Physiotherapie über 12 Wochen zeigte keinen signifikanten Einfluss (p=0,3).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die arthroskopische VKB-Refixation mit zusätzlicher SA zeigt ein gutes langfristiges revisionsfreies Überleben bis zu sieben Jahre postoperativ mit einer Revisionsrate von 16%. In dieser Kohorte konnten keine spezifischen Risikofaktoren für Revisionen identifiziert werden. Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz dieses gelenkerhaltenden Verfahrens bei sorgfältiger Patientenselektion.