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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

MRT-basierte Regeneration der Quadrizepssehnen-Entnahmestelle nach VKB-Rekonstruktion: Retrospektive bizentrische Fall-Kontroll-Analyse

Maximilian Willauschus - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinikum Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
Jonathan Bruder - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinikum Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
Andreas Kopf - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinikum Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
Markus Geßlein - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinikum Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
Johannes Rüther - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinikum Nürnberg, Nürnberg, Deutschland
Hermann Josef Bail - Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Klinikum Nürnberg, Nürnberg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Quadrizepssehnen-(QT)-Autografts werden zunehmend zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB/ACL) eingesetzt. Belastbare Daten zu Heilung und Regenerationsmustern der Entnahmestelle im Vergleich zu Hamstring-Autografts sind jedoch weiterhin begrenzt. Ziel dieser retrospektiven bizentrischen Fall-Kontroll-Analyse war die MRT-basierte Quantifizierung der Regeneration der Quadrizepssehnen-Entnahmestelle nach VKB-Rekonstruktion mittels morphometrischer Kenngrößen und standardisierter Signalindizes. Darüber hinaus wurde die Ausprägung struktureller Remodeling-Prozesse und signalbasierter Alterationen im Vergleich zu einer ST-(Semitendinosus)-Kontrollkohorte untersucht.

Material und Methoden: Es wurden MRT-Veränderungen der Quadrizepssehne bei 48 Patientinnen und Patienten nach ACL-Rekonstruktion mit QT-Autograft analysiert und mit Quadrizepssehnen von 45 Patientinnen und Patienten verglichen, die mit Semitendinosus-(ST)-Autograft rekonstruiert worden waren. Primäre Endpunkte waren die QT-Morphologie (Sehnenhöhe, -breite, Querschnittsfläche) sowie Signalindizes, adaptiert an die Patellarsehne und das Muskelgewebe. Sekundäre Endpunkte umfassten den qualitativen Regenerationstyp, das Defektmuster und die Querschnittsfläche des Quadrizepsmuskels. Das Follow-up-MRT erfolgte im Mittel 512 Tage (SD ± 377) nach der Operation in der QT-Gruppe und 493 Tage (SD ± 278) in der ST-Gruppe.

Ergebnisse: QT-Entnahmestellen zeigten eine konsistente morphologische Regeneration mit signifikanten Zunahmen der Sehnenhöhe 5 mm (+0,88 mm; 95%-KI: 0,41–1,35; p<0,001), 15 mm (+1,03 mm; 95%-KI: 0,56–1,50; p=0,004) und 30 mm (+0,66 mm; 95%-KI: 0,19–1,13; p=0,006) proximal der Patella und übertrafen damit die in den ST-Kontrollen beobachteten Veränderungen. Die QT-Signalintensität und normalisierten Indizes nahmen signifikant stärker zu als in der ST-Gruppe (ΔII-QP +0,46 vs. −0,35; p=0,01). Die Regeneration war überwiegend fibrös (52,1%), gefolgt von gemischt (27,1%) und sehnenähnlich (20,8%). Defekte waren in 41,7% narbig aufgefüllt, in 37,5% residual vorhanden und in 20,8% nicht nachweisbar. Veränderungen der Querschnittsfläche des Quadrizepsmuskels waren gering und nicht signifikant.

Diskussion und Schlussfolgerung: QT-Entnahmestellen zeigen im MRT eine morphologische Regeneration (v.a. Verdickung), bei jedoch persistierender Signalsteigerung und überwiegend fibröser Heilung nach im Mittel 17 Monaten; im Vergleich zu ST sind Remodeling und Signalalterationen ausgeprägter. Klinisch sollten diese Befunde als typisches Regenerationsmuster gewertet werden. Zugleich relativieren sie das Paradigma einer vollständigen QT-Heilung und stellen damit die Eignung eines QT-Regraftings (Re-Harvesting) als Option kritisch in Frage.