Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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MRT-basierte Regeneration der Quadrizepssehnen-Entnahmestelle nach VKB-Rekonstruktion: Retrospektive bizentrische Fall-Kontroll-Analyse
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Zielsetzung und Fragestellung: Quadrizepssehnen-(QT)-Autografts werden zunehmend zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB/ACL) eingesetzt. Belastbare Daten zu Heilung und Regenerationsmustern der Entnahmestelle im Vergleich zu Hamstring-Autografts sind jedoch weiterhin begrenzt. Ziel dieser retrospektiven bizentrischen Fall-Kontroll-Analyse war die MRT-basierte Quantifizierung der Regeneration der Quadrizepssehnen-Entnahmestelle nach VKB-Rekonstruktion mittels morphometrischer Kenngrößen und standardisierter Signalindizes. Darüber hinaus wurde die Ausprägung struktureller Remodeling-Prozesse und signalbasierter Alterationen im Vergleich zu einer ST-(Semitendinosus)-Kontrollkohorte untersucht.
Material und Methoden: Es wurden MRT-Veränderungen der Quadrizepssehne bei 48 Patientinnen und Patienten nach ACL-Rekonstruktion mit QT-Autograft analysiert und mit Quadrizepssehnen von 45 Patientinnen und Patienten verglichen, die mit Semitendinosus-(ST)-Autograft rekonstruiert worden waren. Primäre Endpunkte waren die QT-Morphologie (Sehnenhöhe, -breite, Querschnittsfläche) sowie Signalindizes, adaptiert an die Patellarsehne und das Muskelgewebe. Sekundäre Endpunkte umfassten den qualitativen Regenerationstyp, das Defektmuster und die Querschnittsfläche des Quadrizepsmuskels. Das Follow-up-MRT erfolgte im Mittel 512 Tage (SD ± 377) nach der Operation in der QT-Gruppe und 493 Tage (SD ± 278) in der ST-Gruppe.
Ergebnisse: QT-Entnahmestellen zeigten eine konsistente morphologische Regeneration mit signifikanten Zunahmen der Sehnenhöhe 5 mm (+0,88 mm; 95%-KI: 0,41–1,35; p<0,001), 15 mm (+1,03 mm; 95%-KI: 0,56–1,50; p=0,004) und 30 mm (+0,66 mm; 95%-KI: 0,19–1,13; p=0,006) proximal der Patella und übertrafen damit die in den ST-Kontrollen beobachteten Veränderungen. Die QT-Signalintensität und normalisierten Indizes nahmen signifikant stärker zu als in der ST-Gruppe (ΔII-QP +0,46 vs. −0,35; p=0,01). Die Regeneration war überwiegend fibrös (52,1%), gefolgt von gemischt (27,1%) und sehnenähnlich (20,8%). Defekte waren in 41,7% narbig aufgefüllt, in 37,5% residual vorhanden und in 20,8% nicht nachweisbar. Veränderungen der Querschnittsfläche des Quadrizepsmuskels waren gering und nicht signifikant.
Diskussion und Schlussfolgerung: QT-Entnahmestellen zeigen im MRT eine morphologische Regeneration (v.a. Verdickung), bei jedoch persistierender Signalsteigerung und überwiegend fibröser Heilung nach im Mittel 17 Monaten; im Vergleich zu ST sind Remodeling und Signalalterationen ausgeprägter. Klinisch sollten diese Befunde als typisches Regenerationsmuster gewertet werden. Zugleich relativieren sie das Paradigma einer vollständigen QT-Heilung und stellen damit die Eignung eines QT-Regraftings (Re-Harvesting) als Option kritisch in Frage.



