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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Outcome und Komplikationen nach der Verwendung zementfreier modulärer Schäfte bei der Versorgung periprothetischer Femurfrakturen nach Hüft-Totalendoprothese – Untersuchung eines geriatrischen Patientenkollektivs

Matthias Schnetz - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Katrin Büttner - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Michael Kremer - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Matthias Münzberg - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Yves Gramlich - Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Bei periprothetischen Femurfrakturen nach Hüfttotalendoprothese mit gelockertem Prothesenschaft (Vancouver B2/B3) gilt der Schaftwechsel als Goldstandard. Insbesondere bei geriatrischen Patienten mit eingeschränkter Knochenqualität (Vancouver B3) kommen häufig Revisionsschäfte zum Einsatz. Während auf Basis von Registerdaten in der Primärendoprothetik bei geriatrischen Patienten eine zementierte Schaftversorgung empfohlen wird, ist die Evidenz zur Schaftfixierung bei periprothetischen Frakturen des Femurs begrenzt. Ziel der Studie ist die Untersuchung von Therapieverlauf, Komplikationen und klinischem Outcome nach zementfreier modularer Schaftrevision bei geriatrischen Patienten mit Vancouver-B3-Frakturen.

Material und Methoden: In dieser gemischt retro- und prospektiven Kohortenstudie (Januar 2016– Januar 2022) wurden n=98 Patienten (56 Frauen, 42 Männer) mit einer periprothetischen Femurfraktur vom Typ Vancouver B3 untersucht. Die Versorgung erfolgte einheitlich mittels zementfreiem modularem Revisionsschaft (MRP Titan, Fa. Brehm, Weisendorf). Das Follow-up betrug mindestens 4 Jahre. Primärer Endpunkt waren Komplikationen mit Notwendigkeit operative Revision, sekundärer Endpunkt das klinische Outcome. Die Lebensqualität wurde mittels EQ-5D-5L und das funktionelle Outcome mittels modified Harris Hip Score (mHHS) gemessen.

Ergebnisse: Das mittlere Patientenalter betrug 85,3 Jahre, der mittlere altersadaptierte Charleson Comorbidity Index 3,5 Punkte. Insgesamt traten 22 (22,4%) Komplikationen mit der Notwendigkeit operativer Revisionen auf. Die häufigsten Ursachen waren postoperative Wundheilungsstörungen oder Hämatome (n = 5, 22,7%), periprothetische Infektionen (n = 4; 18,2%) und Luxationen (n = 3, 1,4%). Weitere implantatabhängige Komplikationen wie Sinterung/Lockerung (n = 2; 0,9%) oder periprothetische Frakturen (n = 1; 0,5%) waren selten. Implantatbrüche traten nicht auf. Der intraoperative Keimnachweis im Rahmen des Prothesenwechsels stellte einen unabhängigen Risikofaktor für eine operative Revision dar. Das Implantatüberleben betrug 92,9% im Nachbeobachtungszeitraum. Der EQ-5D-5L lag mit 0,790 Punkten nur geringfügig unter den Referenzwerten einer gesunden Vergleichspopulation (0,85–0,88). Der mittlere mHHS betrug 71,8 (22–91) Punkte.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Versorgung periprothetischer Femurfrakturen mit modularen zementfreien Revisionsschäften ist in diesem geriatrischen Patientenkollektiv insgesamt mit hohen Komplikationsraten assoziiert. Implantatabhängige Komplikationen sind jedoch selten. Implantatüberleben und klinisches Outcome sind mit publizierten Ergebnissen bei der Verwendung des Schaftsystems für andere Indikationen vergleichbar. Die häufigsten Revisionsursachen waren Wundheilungsstörungen/Infektionen und Luxationen.