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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Septische Hüft-TEP Revisionen über einen modifizierten transfemoralen Zugang

Ismail Sahan - Nardini Klinikum St. Elisabeth Zweibrücken, Zweibrücken, Deutschland
Konstantinos Anagnostakos - Nardini Klinikum St. Elisabeth Zweibrücken, Zweibrücken, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Revisionen des Femurschaftes im Rahmen der septischen Revisionschirurgie der Hüfttotalendoprothese stellt eine große Herausforderung dar. Der klassische oder modifizierte transfemorale Zugang sowie die erweiterte Trochanterosteotomie ermöglichen eine gute Freilegung des Femurkanals und die Entfernung der Prothese. Diese Verfahren gehen jedoch weiterhin mit intra- und postoperativen Komplikationen einher, wie intraoperativen Frakturen oder einer unvollständigen Knochenheilung des osteotomierten Knochensegments. Wir berichten über unsere Erfahrungen mit einem neuen modifizierten transfemoralen Zugang bei septischen Revisionen der Hüfttotalendoprothese.

Material und Methoden: Zwischen Januar 2017 und Dezember 2021 wurden in unserer Klinik insgesamt 67 Patienten mit Spätinfektion der Hüfttotalendoprothese im Rahmen eines zweizeitigen Verfahrens behandelt. In 20 der 67 Fällen (30%) wurde ein transfemoraler Zugang unter Erhalt des Trochanter major zur Entfernung der Femurschaftkomponente angewendet. Indikationen für den transfemoralen Zugang waren 1) gut fixierte zementfreie Schäfte, die nicht endofemoral entfernt werden konnten, 2) zementierte Schäfte mit großen Osteolysen und damit einem höheren Risiko einer intraoperativen Fraktur während der Zemententfernung und des Osteolyse-Debridements und 3) zementierte Schäfte mit einem gut fixierten Zementmantel, insbesondere im distalen Teil, die durch einen endofemoralen Zugang nicht vollständig entfernt werden konnten, ohne das Risiko einer intraoperativen Fraktur zu erhöhen. Folgende Osteotomiegrenzen wurden festgelegt: Proximal: Tuberculum innominatum; distal: Schaftspitze bzw. unmittelbar distal des Zements; dorsal: Linea aspera; Breite des Knochendeckels: max. ein Drittel der Femurzirkumferenz.Nach Schaftentfernung und entsprechendem Debridement wurde die Osteotomie mit nicht-resorbierbaren Fäden gesichert.

Ergebnisse: Untersucht wurden acht weibliche und zwölf männliche Patienten mit einem Durchschnittsalter von 71,4 [54–86] Jahren. Insgesamt konnte bei 17 Patienten (18 Gelenken) eine Prothesenreimplantation im Rahmen des zweizeitigen Vorgehens durchgeführt werden. Bei einem mittleren Follow-up von 43 [24–85] Monaten zeigten 16 Patienten (94%) weder lokale noch systemische Infektionszeichen. In einem Fall trat eine intraoperative Fraktur des Trochanter major mit nachfolgender Prothesenluxation. Eine Schaftsinterung wurde in keinem Fall festgestellt. Alle Osteotomien zeigten bereits drei bis sechs Monate postoperativ eine vollständige knöcherne Konsolidierung.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die vorliegende Technik zeigte sehr vielversprechende Ergebnisse mit einer hohen Rate an Infekteradikation und einer niedrigen Rate an mechanischen Komplikationen. Große Vorteile des beschriebenen Zugangs sind der Erhalt des Trochanter major und das Fehlen metallischer Cerclagen, was insbesondere im Falle einer persistierenden Infektion bzw. Reinfektion von Vorteil sein kann.