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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Die Last von periprothetischen Gelenkinfektionen: PROMs und qualitative Einblicke in eine PJI Kohorte

Franz-Joseph Dally - Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum, Universität Heidelberg Campus Mannheim, Mannheim, Deutschland
Frederic Bludau - Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum, Universität Heidelberg Campus Mannheim, Mannheim, Deutschland
Sascha Gravius - Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum, Universität Heidelberg Campus Mannheim, Mannheim, Deutschland
Ali Darwich - Orthopädisch-Unfallchirurgisches Zentrum, Universität Heidelberg Campus Mannheim, Mannheim, Deutschland
Marcel Betsch - Unfallchirurgie-Orthopädie Uniklinkum Erlangen, Erlangen, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Periprothetische Gelenkinfektionen (PJI) haben schwerwiegende körperliche Auswirkungen und stellen eine erhebliche psychische Belastung dar. Ziel dieser Studie war es, patientenberichtete Ergebnismaße (PROMs) und qualitative Interviewdaten innerhalb derselben Studienkohorte zu vergleichen und zu evaluieren ob der HADS-T ein probates Screening Mittel für „patients-at-risk“ für eine Depression und dringende psychologische Unterstützung sein kann.

Material und Methoden: Eine Kohorte von 28 PJI-Patienten wurde nach Abschluss der Behandlung von Hüft- oder Knie-PJIs identifiziert. Es wurden qualitative Interviews durchgeführt und patientenberichtete Ergebnismaße (PROMs) wie HOOS, KOOS, HADS-T und BPI bewertet. Die Daten wurden anschließend auf Korrelationen zwischen den PROMs und den qualitativen Interviewergebnissen ausgewertet.

Ergebnisse: 20/28 (71,4%) Patienten erzielten einen Wert über dem akzeptierten Schwellenwert von ≥10 auf der Hospital Anxiety and Depression Scale-Total (HADS-T ≥10). 8/28 (28,6%) Patienten erzielten einen niedrigen Wert auf der HADS-T. Durch halbstrukturierte Interviews bewerteten wir die beiden Gruppen „Patienten mit hohem HADS-T-Wert” und „Patienten mit niedrigem HADS-T-Wert” weiter. PJI-Patienten mit hohen HADS-T-Werten leiden unter einer größeren psychischen Belastung als Patienten mit niedrigen HADS-T-Werten. Unsere qualitativen Daten zeigen, dass Patienten mit hohen HADS-T-Werten ihre PJI-Erfahrung als beunruhigend und psychisch belastend empfinden und viel schlechter mit der PJI umgehen als Patienten mit niedrigen HADS-Werten.

Diskussion und Schlussfolgerung: Diese Studie liefert wertvolle Informationen zu folgenden Fragen: Wie können wir PJI-Patienten, die ein Risiko für psychische Störungen haben, mit Hilfe des HADS-T-Fragebogens identifizieren? Wen müssen wir nach dem Screening genau beobachten und wem müssen wir professionelle psychologische Unterstützung anbieten, da diese Ressource begrenzt ist und sinnvoll eingesetzt werden muss? PJI-Patienten mit einem HADS-T-Wert von ≥10 sind Hochrisikopatienten und sollten professionelle psychologische Unterstützung erhalten.