German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Management des gescheiterten zweizeitigen Wechsels bei periprothetischer Gelenkinfektion: Eine systematische Übersichtsarbeit zu Behandlungsoptionen und Ergebnissen
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Zielsetzung und Fragestellung: Die periprothetische Gelenkinfektion (PJI) stellt eine schwerwiegende Komplikation nach Endoprothesenimplantation dar. Während der zweizeitige Wechsel das Standardverfahren bei der Primärinfektion ist, sind die Ergebnisse bei Wiederholung dieses Verfahrens nach Behandlungsversagen bisher unzureichend untersucht. Ziel dieses systematischen Reviews war es, die aktuelle Evidenz zum Management nach gescheitertem zweizeitigen Wechsel zu evaluieren. Die Ziele waren: (1) die Erfolgsraten eines erneuten zweizeitigen Wechsels zu bestimmen, (2) die assoziierte Mortalität, nachfolgende Salvage-Eingriffe und funktionelle Ergebnisse zu bewerten sowie (3) patienten- und erregerspezifische Risikofaktoren für ein wiederholtes Behandlungsversagen zu identifizieren.
Material und Methoden: Es wurde eine systematische Literaturrecherche in der PubMed-Datenbank gemäß den PRISMA-Leitlinien durchgeführt, wobei Artikel zwischen Januar 2009 und September 2025 berücksichtigt wurden. Daten zu Patientencharakteristika, Behandlungsprotokollen, Infektkontrollraten, Mortalität und funktionellen Ergebnissen wurden aus 18 geeigneten Studien extrahiert.
Ergebnisse: Die 18 eingeschlossenen Studien umfassten ein Gesamtkollektiv von 2.178 Patienten (1.130 Hüft- und 1.048 Kniegelenke). Die berechnete mittlere Erfolgsrate für die Infektfreiheit nach erneutem zweizeitigem Wechsel betrug 61,5%, mit einer Spanne von 30% bis 88%. Ein Ausbleiben des Behandlungserfolgs führte häufig zur Anwendung von Salvage-Verfahren wie Amputation, Arthrodese oder antibiotischer Langzeitsuppression und war mit einer hohen Mortalität von bis zu 33% assoziiert. Mikrobiologisch waren koagulase-negative Staphylokokken und multiresistente Erreger die am häufigsten nachgewiesenen Organismen bei gescheitertem zweizeitigen Wechsel. Funktionelle Ergebnisse waren meist unzureichend und wurden inkonsistent dokumentiert.
Diskussion und Schlussfolgerung: Wiederholte zweizeitige Revisionsoperationen bei PJI weisen mit einer mittleren Erfolgsrate von nur 61,5% eine deutlich schlechtere Prognose auf als die in der Literatur berichteten 81–85% für Primäreingriffe. Aufgrund dieser niedrigen Erfolgsraten sollte die Indikation für ein erneutes zweizeitiiges Vorgehen kritisch gegen Salvage-Verfahren abgewogen werden. Die zukünftige Integration von Patient-Reported Outcome Measures ist essenziell, um den Behandlungserfolg umfassender zu bewerten und Therapieentscheidungen fundierter steuern zu können.



