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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Bedeutung der operativen Versorgung von Koronoidfrakturen im Hinblick auf funktionelle Ergebnisse und Komplikationsraten nach Terrible Triad Verletzungen des Ellenbogens

Tamara Babasiz - Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Tim Leschinger - Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Nadine Ott - Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Lars P. Müller - Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Valentin Rausch - Uniklinik Köln, Köln, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Terrible Triad Verletzungen des Ellenbogens (Terrible Triad Injury, TTI) sind komplexe kombinierte Läsionen, die mit einem hohen Risiko für Komplikationen einhergehen. Das optimale Vorgehen bei der Behandlung der Koronoidfraktur innerhalb dieser Verletzungskonstellation ist weiterhin Gegenstand kontroverser Diskussionen. Ziel dieser Studie war es daher, die funktionellen und klinischen Ergebnisse operativ behandelter Patient:innen mit TTI zu analysieren und insbesondere Fälle mit operativer Versorgung der Koronoidfraktur mit solchen ohne Fixation zu vergleichen.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse von 105 Patient:innen durchgeführt, die aufgrund einer TTI operativ behandelt wurden. Die Einteilung erfolgte in zwei Gruppen: Gruppe 1 erhielt keine operative Versorgung der Koronoidfraktur, wobei in Gruppe 2 eine operativer Koronoidfixation erfolgte. Erfasst wurden demografische Daten, Komplikations- und Revisionsraten, Bewegungsumfang (Range of Motion, ROM) sowie funktionelle Ergebnisse anhand des Mayo Elbow Performance Score (MEPS), des Quick Disabilities of the Arm, Shoulder and Hand (qDASH)-Fragebogens und des Subjective Elbow Score. Zusätzlich wurden Korrelations- und Subgruppenanalysen durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Frakturschwere und funktionellen Ergebnissen zu untersuchen.

Ergebnisse: Gruppe 1 zeigte im Vergleich zu Gruppe 2 signifikant höhere Raten postoperativer Gelenksteife (p=0.0028) sowie eine signifikant erhöhte Revisionsrate (p=0.0184). Darüber hinaus wies Gruppe 1 tendenziell höhere Komplikationsraten auf, darunter Instabilität, Rezidivluxation, Pseudarthrose und posttraumatische Arthrose. Beim ersten Follow-Up nach durchschnittlich 4,4 ± 3,1 Monaten (Gruppe 1) bzw. 4,1 ± 2,5 Monaten (Gruppe 2), zeigte Gruppe 2 einen signifikant besseren Bewegungsumfang mit größerer Flexion (p=0.0296), Pronation (p=0.0009) und Supination (p<0.0001), während sich das Extensionsdefizit zwischen den Gruppen nicht signifikant unterschied (p = 0,39). Beim letzten Follow-up nach 3 ± 1,2 Jahren (Gruppe 1) bzw. 2,8 ± 1,2 Jahren (Gruppe 2) ergaben sich ebenfalls Vorteile zugunsten der Patient:innen mit operativ versorgter Koronoidfraktur (Gruppe 2) mit höheren MEPS-Werten (85,8 vs. 78,3), niedrigeren qDASH-Werten (10,6 vs. 15,4) und höheren Subjective Elbow Scores (86,1% vs. 80,1%). Die Frakturschwere korrelierte außerdem nicht signifikant mit den funktionellen Ergebnissen. Bei O’Driscoll-Typ 1.1/1.2-Frakturen zeigte sich jedoch eine Tendenz zu schlechteren Ergebnissen in den funktionellen Scores bei fehlender operativer Versogung.

Diskussion und Schlussfolgerung: In dieser retrospektiven Kohorte erzielten Patient:innen mit operativer Versorgung des Processus coronoideus bessere funktionelle Ergebnisse und einen größeren Bewegungsumfang sowie niedrigere Raten an Gelenksteife und Revisionsoperationen im Vergleich zu Fällen ohne Koronoidfixation. Weiterführende Studien sind erforderlich, um die Rolle der Koronoidfixation bei TTI abschließend zu bewerten.