German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Outcome nach Ellbogen-Totalendoprothese: NEXEL vs. Coonrad/Morrey
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, die klinischen und funktionellen Ergebnisse nach Ellbogen-Totalendoprothese (ETEP) in einem Single-Center-Kollektiv zu analysieren und zwei Implantatdesigns (NEXEL vs. Coonrad/Morrey) hinsichtlich patientenberichteter Outcomes, Bewegungsumfang und Komplikationsrate zu vergleichen. Darüber hinaus sollten mögliche implantat-assoziierte Unterschiede identifiziert werden.
Material und Methoden: Zwischen 2001 und 2025 wurden an unserem Zentrum 121 Patient:innen mit einer ETEP versorgt (w:m = 3:1; mittleres Alter 70 Jahre, Range 28–94). Eingeschlossen wurden ausschließlich Patient:innen mit identischem Implantatdesign (NEXEL oder Coonrad/Morrey) und einem Mindest-Follow-up von ≥ 1 Jahr. Gruppe I: NEXEL (n = 76), Gruppe II: Coonrad/Morrey (n = 48). Erfasst wurden MEPS, VAS, Range of Motion (ROM) sowie SANE. Die statistische Analyse erfolgte deskriptiv und inferenzstatistisch (p < 0,05).
Ergebnisse: Das mittlere Follow-up betrug 6,0 Jahre (Range 1,0–21,6). Mit Ausnahme des Extensionsdefizits (11° vs. 21°, p < 0,001) bestanden keine signifikanten Unterschiede in den funktionellen Parametern. Gruppe I (NEXEL) erreichte einen SANE von 86%, VAS 0,7, Flexion 122°, Extensionsdefizit 11° sowie einen MEPS von 93 Punkten. Gruppe II (Coonrad/Morrey) erreichte einen SANE von 92%, VAS 0,8, Flexion 120°, Extensionsdefizit 21° sowie einen MEPS von 91 Punkten. DieKomplikationsrate betrug 7,9% (6/76) in der NEXEL-Gruppe versus 39,6% (19/48) in der Coonrad/Morrey-Gruppeund war signifikant erhöht in der Coonrad/Morrey-Gruppe bei unterschiedlicher Follow-up-Dauer.
Diskussion und Schlussfolgerung: Beide Implantatdesigns zeigen vergleichbare funktionelle Ergebnisse. Die Coonrad/Morrey-Prothese wies jedoch eine deutlich höhere Komplikationsrate im unterschiedlichen Follow-up auf. Aufgrund der unterschiedlichen Nachbeobachtungsdauer zwischen den Gruppen ist das Ergebnis mit Vorsicht zu interpretieren. Prospektive Studien mit vergleichbarer Follow-up-Dauer sind erforderlich, um einen möglichen Implantat-spezifischen Unterschied valide zu bestätigen.



