German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Periacetabuläre Osteotomie bei schwerer Hüftdysplasie: Klinische Ergebnisse, radiologische Korrektur und Heilung im Vergleich zur moderaten Dysplasie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Zentrale Frage der Studie war, ob die periacetabuläre Osteotomie (PAO) bei schwerer Hüftdysplasie (LCEA ≤ 5°) ein geeignetes Verfahren ist, um eine ausreichende radiologische Korrektur zu erzielen und klinisch relevante Verbesserungen der PROMs zu erreichen – und ob sich diese Ergebnisse sowie Komplikations- und Heilungsraten im Vergleich zu moderater Hüftdysplasie und zwischen stabiler und instabiler schwerer Dysplasie unterscheiden.
Material und Methoden: Es handelt sich um eine retrospektive, ethikvotierte Kohortenstudie. 49 Hüften mit schwerer Dysplasie wurden 1:1 nach Alter und Geschlecht mit 49 Hüften mit moderater Dysplasie gematcht. Die schwere Dysplasie wurde zusätzlich in „stabil“ vs. „instabil“ (Shenton-Ménard-Linie intakt vs. unterbrochen) eingeteilt. Endpunkte: radiologische Parameter (u.a. LCEA, Tönnis-Winkel, Anterior-/Posterior-Wall-Index), operative Kennzahlen inkl. Schraubenkonfiguration, PROMs (mHHS, iHOT-12, UCLA, NRS), knöcherne Heilung und Komplikationen.
Ergebnisse: Der LCEA verbesserte sich bei schwerer Dysplasie von 0,4° ± 5,6 auf 23,1° ± 4,9 (p < 0,001), lag postoperativ jedoch unter dem Wert der moderaten Dysplasien (28,2° ± 3,7; p < 0,001). Die PROMs verbesserten sich in beiden Gruppen signifikant (siehe Tabelle 1 [Tab. 1]); postoperativ war jedoch der iHOT-12 bei schweren Dysplasien etwas niedriger (67,1 ± 21,1 vs. 76,5 ± 19,4; p = 0,038). Die OP-Zeit war vergleichbar; bei schwerer Dysplasie wurden häufiger zusätzliche Schrauben, insbesondere horizontale, verwendet (p < 0,001). Insgesamt zeigten sich sehr niedrige Komplikationsraten.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die PAO ermöglicht auch bei schwerer Hüftdysplasie eine substanzielle radiologische Korrektur und klinisch relevante PROM-Verbesserungen. Eine präoperative Shenton-Ménard-Unterbrechung beeinträchtigt die Ergebnisse nicht. Im Vergleich zur moderaten Dysplasie bleiben jedoch die absoluten postoperativen PROM-Werte etwas niedriger.




