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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Hat die frühzeitige Versorgung pertrochantärer Femurfrakturen bei Patient:innen mit laufender direkter oraler Antikoagulation (DOAK) einen Einfluss auf die peri- und postoperativen Komplikationsraten?

Valerie Weihs - Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich
Roberta Laggner - Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich
Michael Humenberger - Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich
Andreas Duma - Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Tulln, Tulln, Österreich
Martin Frossard - Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich
Stefan Hajdu - Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Bisher ist noch wenig über den optimalen Zeitpunkt der chirurgischen Versorgung pertrochantärer Femurfrakuren bei Patient:innen mit laufender direkter oraler Antikoagulation (DOAK) bekannt. Zielsetzung dieser Studie war es, den Einfluss einer frühzeitigen operativen Versorgung innerhalb von 24 Stunden nach Trauma auf das Langzeitergebnis dieser Patient:innen zu untersuchen.

Material und Methoden: Patient:innen mit pertrochantären Frakturen und laufender DOAK Therapie wurden retrospektiv von 2016 bis 2024 in diese Studie eingeschlossen. Die Patient:innen wurden anhand des Versorgungszeitpunktes (frühzeitig vs. verspätet) in 2 Gruppen unterteilt und anhand ihres Alters und das ASA (American Society of Anesthesiologists) Scores gematched. Hauptzielgröße war der Einfluss des Versorgungszeitpunktes auf das Langzeitergebnis.

Ergebnisse: Von 233 inkludierten Patient:innen konnten 102 Patient:innen den 2 Gruppen nach erfolgreichem Matching zugeordnet werden. Patient:innen mit frühzeitiger Versorgung hatten weniger intra-hospitale Komplikationen (16,0% vs. 26,3%; p=0.077) und einen signifikant kürzeren Krankenhausaufenthalt (11,5 Tage vs. 15 Tage; p<0.001). Hinsichtlich der Revisionsoperationsraten ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen (9,8% vs. 5,9%; p=0.298). Signifikante Unterschiede der Mortalitätsraten zwischen beiden Gruppen konnten während der Follow-up Zeit beobachtet werden (p=0.0057) mit niedrigeren intra-hospitalen Mortalitätsraten (2,0% vs. 6,9%; p=0.088), niedrigeren 30-Tages Mortalitätsraten (3,9% vs. 9,8%; p=0.0097) and niedrigere 1-Jahres Mortalitätsraten (20,6% vs. 31,4%; p=0.079) bei Patient:innen mit frühzeitiger Versorgung innerhalb von 24 Stunden.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die frühzeitige chirurgische Versorgung pertrochantärer Femurfrakturen bei Patient:innen mit DOAK Therapie führt zu einer signifikanten Reduktion der Krankenhausaufenthaltsdauer ohne das Risiko für peri- und postoperative Komplikationen oder das Risiko für eine Revisionsoperation zu erhöhren. Zusätzlich scheint diese Patient:innenkohorte auch durch eine frühzeitige Versorgung hinsichtlich der Langzeitergebnisse zu profitieren.