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- Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2025 (DKOU 2025)
- Retrospektive Korrelationsanalyse der Prävalenz und Einflussfaktoren von tiefen Venenthrombosen bei operativ behandelter Tibiakopffraktur
German Congress of Orthopaedics and Traumatology (DKOU 2025)
28.-31.10.2025
Berlin
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2025 (DKOU 2025)
Retrospektive Korrelationsanalyse der Prävalenz und Einflussfaktoren von tiefen Venenthrombosen bei operativ behandelter Tibiakopffraktur
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Tibiakopffrakturen (TBKF) sind aufgrund der rekonstruktiven Herausforderungen und des Riskoprofils für Komplikationen (SAE) komplexe Verletzungen. Trotz medikamentöser TVT-Prophylaxe wird eine TVT-Prävalenz von ca. 4% beobachtet. Studien zur Prävalenz von bereits präoperativ tiefen Venen- (VT) o. Muskelvenenthrombosen (iMVT) bei TBKF, sind nur limitiert verfügbar. Ziel dieser Studie ist die retrospektive Analyse der TBKF-Patienten mit prä- und postop. TVT und iMVT sowie deren Einflussfaktoren (EF).
Material und Methoden: Eingeschlossen wurden alle traumat. TBKF-Pat. (AO: 41.B1–C3) von 01/2015-08/2024 (n=482; monozentrisch). Bei n=137 Pat. erfolgte ab 2020 routinemäßig präop. die duplexsonograph. Untersuchung (TVT-Screening) zum Ausschluss einer Venenthrombose. Die Pat. wurden stratifiziert in 3 Gruppen: [A] TVT-Ausschluss präop bei klin. TVT-Verdacht, [B] Pat. mit TVT-Screening präop. unabhängig ob klin. Verdacht und [C] alle sympt. TVT prä- u. postop. Die stat. Analyse erfolgte mit Chi2-Test und U-Test.
Ergebnisse: Bei einer FU-Rate von 100% (intrahosp., monozentrisch) wurden in Gr.[A] n=472 neg. vs. n=10 pos. TVT präop. diagnostiziert (n=9 TVT; n=1 TVT+LAE, PRE 2%). Signifik. TVT triggernde Faktoren waren der mittl. BMI (27±5 vs. 31±7,) und höhergradiger WT-Schaden (Grad 1 vs. 2/3: n=4 vs. n=6).
In Gr.[B] n=137 zeigte das präop TVT-Screening bei n=29 eine VT (n=24 TVT; n=5 iMVT; PRE 21%), davon waren n=8/2 TVT/iMVT symptomatisch und n=16/3 asymptomatisch. Signifikanten Einfluss für TVT/iMVT hatten Mono-(n=15) vs. Polytrauma n=14, WT-schaden (G1 vs. G2/3: n=17/12) und Fix.ext. (mit/ohne FixEx: n=19/10 ) vor Ausversorgung.
In Gr.[C] fand sich in n=447 keine symp. TVT. Bei n=35 wurde prä- und/oder postop eine symp. TVT nachgewiesen. Sign. EF waren: die Unfallenergie low vs. high energy ( n=14 /21), der Frakturtyp B- vs. C-Fx (n=8/26), d. Fix.-ext. vor Ausversorgng (kein/mit FixEx n=14/21), der posteromed. (kein/mit PMZ: n=19/16), der post. Zugang (kein/ mit PZ:n=30/5), die mediane Anzahl der Platten (1, R0-4 vs. 2 R1-4) u. die mittl. Dauer der TB >6 Wo (7±2 vs.8±3). 2 Pat. erlitten HKS bei LAE.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen eine hohe Prävalenz von VT bei TBKF. Die deutliche Diskrepanz in der präop VT- Prävalenz zwischen gescreenten und nicht-gescreenten Pat. von 19% zeigt die hohe Rate klinisch stummer TVT /iMVT. Neben Trauma-/ Pat.-assoziierten signifik. Fakt. wie WT-Schaden, Fx-typ, BMI und Verletzungsmuster sind andere RF wie Dauer Fix.ext., Anzahl/Art der Zugänge, Platten, Dauer TB durch den Operateur zu beeinflussen. Unerkannte TVT mit Gefahr einer LAE sind ein enormes Risiko für TBKF-Pat. Zukünftige Studien sollten die präventive Konzeption von speziellen Antikoagulationsschemata und prophylakt. Verfahren (V.cava-Filter?) zum Ziel haben.
Abbildung 1 [Abb. 1]
Tabelle 1 [Tab. 1]





