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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Rekonstruktion großer Knochendefekte im Bereich der Hand und des Handgelenkes durch modifizierte Masquelet-Plastik

Lisa Krause - BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland
Frank Siemers - BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland

Text

Fragestellung: Die Rekonstruktion knöcherner Defekte im Bereich des Handgelenkes und der Hand infolge von Traumata oder Infektionen stellt eine chirurgische Herausforderung dar. Im Gegensatz zu anderen Körperregionen, wo der Funktionsverlust teilweise tolerierbar ist, können Knochendefekte an Hand und Handgelenk zu erheblichen funktionellen und ästhetischen Beeinträchtigungen führen, die die Lebensqualität der Patienten massiv beeinflussen. Bisherige Rekonstruktionsverfahren umfassen vaskularisierte und nicht vaskularisierte Knochentransplantate. Die freie vaskularisierte Fibula wird häufig zur Rekonstruktion größerer Defekte genutzt, weist jedoch eine hohe Rate an Komplikationen auf. Die Technik der induzierten Membran, erstmalig beschrieben von Masquelet, scheint eine sichere und vergleichsweise komplikationsarme Methode zu sein. Sie wird in einem zweizeitigen Verfahren durchgeführt: 1. Debridement und Defektauffüllung durch Zementspacer, welcher eine gut vaskularisierte Pseudosynovialmembran bildet, 2. Spacerentfernung nach 6 Wochen und Defektauffüllung durch einen autologen Beckenkammspan.

Methodik: Es erfolgte die Auswertung des klinischen, mikrobiologischen als auch radiologischen Outcomes anhand prä-, intra- und postoperativer Daten von 6 Patienten aus dem BG Klinikum Bergmannstrost Halle, welche eine Rekonstruktion der Mittelhand oder des Handgelenkes via Masquelet-Plastik erhielten.

Ergebnisse: Im Zeitraum 11/23 bis 10/25 erhielten 6 Patienten im BG Klinikum Bergmannstrost Halle aufgrund langstreckiger Defekte des Handgelenkes (n=5) und der Mittelhand (n=1) eine Rekonstruktion via modifizierter Masquelet-Plastik. Ursächlich für die Defektsituation waren Traumata oder Infektionen. In allen Fällen erfolgte die Rekonstruktion als Arthrodese mit trikortikalem vorderen Beckenkammspan, welcher pressfit oder mittels Schrauben und Cerclagen fixiert wurde. Die Hälfte der Patienten (n=3) erhielt vor Rekonstruktion eine Defektdeckung mittels freier (n=2) oder gestielter (n=1) Lappenplastik. Alle Osteosynthesen wiesen eine postoperative Übungsstabilität auf. Die Beweglichkeit im Handgelenk war aufgrund der begleitenden Arthrodese in Palmarflexion und Dorsalextension sowie in Radial- und Ulnarduktion eingeschränkt. Die Umwendbewegungen blieben weitestgehend erhalten. Komplikationen wie sekundäre Dislokationen, Refrakturen oder Pseudarthrosen traten nicht auf. Ebenso gab es keine Infektionen, Nachblutungen, Nervenläsionen oder Hebemorbiditäten.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Rekonstruktion großer Knochendefekte des distalen Radius, der Handwurzel als auch der Mittelhand suffizient via modifizierter Masquelet-Plastik möglich ist. Insbesondere die geringe Hebemorbidität, die niedrige Komplikationsrate als auch die Praktikabilität, Reproduzierbarkeit und Zuverlässigkeit des Eingriffs im Vergleich zur freien Fibula-Plastik scheinen nennenswerte Vorteile zu sein.