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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Inter- und Intraobserver Reliabilität der CT-basierten Beurteilung der Konsolidierung von Skaphoidfrakturen

Esin Rothenfluh - Inselspital Bern, Bern, Schweiz
Nick Johnson - Royal Derby Hospital, The Pulvertaft Hand Centre, Derby, UK
Joseph Dias - University Hospitals of Leicester NHS Trust, Leicester, UK

Text

Fragestellung: Die Computertomographie (CT) wird in der klinischen Praxis häufig zur Beurteilung der knöchernen Konsolidierung von Skaphoidfrakturen eingesetzt, jedoch bleibt die Bewertung subjektiv und es fehlen standardisierte, verlässliche Kriterien. Aufbauend auf früheren Arbeiten der Autoren zur biomechanischen Relevanz partieller Konsolidierung zielte diese Studie darauf ab, die Inter- und Intraobserver-Reliabilität bei der Einschätzung des Ausmaßes und der Lokalisation der Frakturheilung im CT zu untersuchen.

Methodik: Sechs Beobachter bewerteten unabhängig CT-Aufnahmen von Skaphoidfrakturen in unterschiedlichen Heilungsstadien (32 Fälle) und wiederholten die Bewertung nach mindestens zwei Wochen. Beurteilt wurden: (1) Anteil der Konsolidierung in Kategorien (0–24%, 25–49%, 50–74%, 75–100%), (2) Sicherheitseinschätzung (sehr sicher, sicher, eher sicher, unsicher), (3) kontinuierlicher Prozentsatz der Konsolidierung (0–100%) und (4) Lokalisation der knöchernen Überbrückung (ulnar, radial, volar, dorsal). Die Interobserver-Reliabilität für kategorische Variablen wurde mittels Fleiss-Kappa und für kontinuierliche Variablen mittels Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC, Zwei-Wege-Zufallseffekte-Modell, ICC2) berechnet. Die Intraobserver-Reliabilität wurde entsprechend mit Cohen-Kappa und ICC2 bestimmt. Die Übereinstimmung wurde anhand etablierter Grenzwerte für Kappa und ICC interpretiert.

Ergebnisse: Die Interobserver-Übereinstimmung war für den Konsolidierungsanteil in Kategorien (κ = 0,0435) und die Sicherheitseinschätzung (κ = 0,0599) gering, für die kontinuierliche Schätzung jedoch gut (ICC = 0,8247). Die Übereinstimmung variierte je nach Kategorie: hoch für 75–100% (κ = 0,698), moderat für 0–24% (κ = 0,567) und gering für die mittleren Kategorien (25–49% κ = 0,100; 50–74% κ = 0,115). Die Beurteilung der Lokalisation der Konsolidierung zeigte eine moderate Übereinstimmung für ulnar (κ = 0,587) und dorsal (κ = 0,412) sowie eine mäßige Übereinstimmung für radial (κ = 0,367) und volar (κ = 0,326). Die Ergebnisse waren in der zweiten Bewertungsrunde konsistent (κ = 0,424 bzw. 0,314 für Variablen mit Kategorien; ICC = 0,7704 für die kontinuierliche Schätzung). Die Intraobserver-Reliabilität war hoch: Für Variablen mit Kategorien nahezu perfekt (n=3), moderat (n=2) und mäßig (n=1); für die kontinuierliche Einschätzung exzellent (n=3) bzw. gut (n=3).

Schlussfolgerung: Die CT-basierte Beurteilung der Skaphoidkonsolidierung zeigt eine höhere Reliabilität bei kontinuierlicher Quantifizierung im Vergleich zu kategorialen Einteilungen. Kategoriale Ansätze führen insbesondere im Bereich von Cut-offs zu einer reduzierten Übereinstimmung. Die vorliegenden Ergebnisse sprechen daher für die Verwendung kontinuierlicher Maße in Klinik und Forschung. Klinisch relevante Entscheidungen orientieren sich primär an biomechanischen Stabilitätsschwellen und weniger an diskreten Kategorien. Entsprechend erscheint die kontinuierliche Quantifizierung als geeigneter Standard in der CT-basierten Beurteilung.