Logo

66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Der N. suralis als Nerventransplantat – eine funktionelle Ganganalyse

Richard-Tobias Moeller - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
Simon Bauknecht - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
Daniel Vergote - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
Martin Mentzel - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
Thomas Engleder - Institut für Medizintechnik und Mechatronik, Technische Hochschule Ulm, Ulm, Deutschland
Andreas Spilz - Institut für Medizintechnik und Mechatronik, Technische Hochschule Ulm, Ulm, Deutschland
Patricia Lang - Campus Nord, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland
Alexander Eickhoff - Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Ulm, Ulm, Deutschland

Text

Fragestellung: Der Nervus suralis (SU) ist der am häufigsten verwendete Nerv als Transplantat für eine Rekonstruktion eines Nervendefektes. Der Einfluss des SU auf das Gangbild soll anhand eines gesunden Probandenkollektives analysiert werden.

Methodik: Bei insgesamt 10 gesunden Probanden wurde eine physiologische Ganganalyse auf einem Laufband mit kapazitiven Drucksensoren durchgeführt. Während des Gangs wurden die Schrittlänge, die Länge des Gangzyklus, Kadenz, Schrittdauer, Standphase, Spurbreite, seitliche Verlagerung, Länge der Ganglinie und die Spur der Einbeinstandphase registriert. Für die Simulation einer Nervenentnahme wurde bei den Probanden sonografisch kontrolliert eine isolierte Infiltration des SU mit einem kurzwirksamen Lokalanästhetikum durchgeführt. Nach sensorischer Überprüfung des Wirkungseintritts wurde die Ganganalyse mit den gleichen Parametern wiederholt. Die erhobenen Daten wurden statistisch mit dem Student-t-Test für verbundene Stichproben verglichen. Das Signifikanzniveau wurde mit p=0,05 definiert.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter des Kollektivs lag bei 27 Jahren (±7,6; 21-43). 50% der Probanden waren weiblich. Der SU wurde durchschnittlich mit 4,7 ml (±0,8; 4-6) Mepivacain infiltriert. Die durchschnittliche Gehgeschwindigkeit betrug 1,29 m/s (±0,26; 0,75-1,72). Nach der Infiltration kam es bei allen Probanden zu einem Ausfall der Sensibilität am lateralen Fußrand. In der statistischen Analyse ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den prä- und postinterventionell erhobenen Untersuchungsparametern.

Schlussfolgerung: Der SU stellt einen idealen Spendernerv mit geringer Hebemorbidität dar. Die unilaterale Entnahme des SU als Nerventransplantat führt zu einer Asensibilität am lateralen Fußrand ohne signifikante Änderung der Parameter in der Ganganalyse.