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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Funktionelle Ergebnisoptimierung durch interdisziplinäre frühtherapeutische Rehabilitation bei schwerer Quetschverletzung der dominanten Hand

Anna Storz - Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland
Angela Eisenkrämer - Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland
Stefan Weber - Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland
Kay Herold - Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland; Komplex Stationäre Handrehabilitation, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland
Ron Martin - Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland
Frank Siemers - Klinik für Plastische und Handchirurgie, Brandverletztenzentrum, BG Klinikum Bergmannstrost Halle, Halle (Saale), Deutschland

Text

Fragestellung: Komplexe Handverletzungen können trotz rascher chirurgischer Versorgung eine dauerhafte Minderung der Funktion, eine lange Periode der Arbeitsunfähigkeit oder eine endgültige Berufsunfähigkeit zur Folge haben. Insbesondere das BG-liche Heilverfahren ermöglicht die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Handchirurgen, Handtherapeuten, um ein bestmögliches Ergebnis für den Patienten und eine Rückkehr in das Arbeitsleben zu erreichen.

Methodik: Wir berichten den Fall eines 32-jährigen Patienten, welcher sich im April 2025 ein ausgeprägtes Quetschtrauma der dominanten rechten Hand durch eine Förderbandwalze zuzog. Hierbei kam es unter anderem zu offenen Frakturen von Radius und Ulna, einer Durchtrennung des N. ulnaris, langstreckigen Kontusionen von N. medianus und N. radialis, einem Perfusionsabbruch der A. radialis sowie einer Zerquetschung der Unterarmmuskulatur.

Nach sofortiger chirurgischer Versorgung durch Osteosynthese und Rekonstruktion der verletzten Strukturen wurde eine Beübung der rechten Hand bereits auf Stationsebene begonnen. Bei stabilen Wundverhältnissen wurde der Versicherte in unsere Abteilung für Handrehabilitation übernommen und erhielt täglich verschiedene Therapien wie Sensibilitätstraining, Teilbäder Werkstatttraining und individuelle Schienenanfertigung.

Ergebnisse: Insgesamt nahm der Patient über vier Monate an unserer frühtherapeutischen Handrehabilitation teil wodurch die Extension/Flexion im Vergleich zur Aufnahme von 0/0/30° auf 40/0/60° zur Entlassung verbessert werden. Die Handkraft konnte von 5,8 kg auf 11,1 kg gesteigert werden. Ebenso wurden Faustschluss und Fingerstreckung signifikant verbessert. Im Anschluss nahm der Patient eine ambulante Erhaltungstherapiewahr und wird in diesem Jahr an einer beruflichen Weiterqualifizierung teilnehmen.

Durch die enge Zusammenarbeit der behandelnden Handchirurgen, Schmerztherapeuten, Neurologen, Psychologen und Handtherapeuten sowie den frühen Beginn der komplex-stationären Handrehabilitation konnte angesichts der Schwere der Verletzung ein Funktionserhalt der Hand angestrebt werden. Insbesondere die Kombination aus verschiedenen Therapien zur Steigerung der Handkraft, zum Aufbau des Bewegungsumfangs und zur Förderung der Feinmotorik war nach Abschluss der chirurgischen Interventionen für das gute Ergebnis verantwortlich.

Schlussfolgerung: Eine frühtherapeutische postoperative Mobilisierung sowie der zeitnahe Beginn einer strukturierten Handrehabilitation stellen zentrale Voraussetzungen für einen günstigen Heilungsverlauf nach komplexen Handverletzungen dar. Entscheidend ist dabei ein eng koordiniertes, interdisziplinäres Vorgehen, bei dem Handchirurgen auch in die Rehabilitationsphase eingebunden sind. Dadurch können auftretende Komplikationen frühzeitig erkannt und bei Bedarf zeitnah chirurgisch adressiert werden. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Anpassung der Therapie an den individuellen Verlauf und trägt zur Optimierung der langfristigen funktionellen Prognose bei.