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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Gesundheitsökonomische Analyse einer primären Stumpfbildung im Vergleich zum Replantationsversuch mit sekundärer Amputation

Anna Maar - Universitätsklinik Würzburg, Würzburg, Deutschland
Rafael Jakubietz - Universitätsklinik Würzburg, Würzburg, Deutschland
Rainer Meffert - Universitätsklinik Würzburg, Würzburg, Deutschland

Text

Fragestellung: Ziel der vorliegenden Arbeit ist der Vergleich der direkten Kosten einer primären Stumpfbildung mit denen eines Replantationsversuchs mit nachfolgender sekundärer Amputation. Es soll untersucht werden, ob der initial höhere Aufwand einer Replantation im Falle eines frustranen Ergebnisses mit Nekrose zu erhöhten Gesamtkosten führt und welche ökonomischen Implikationen sich daraus für die klinische Entscheidungsfindung ergeben. Die Erfolgsrate nach Replantation wird hierfür ebenfalls mit einbezogen.

Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Analyse von Patienten mit traumatischen Amputationsverletzungen an der Hand, die entweder mit einer primären Stumpfversorgung oder einem Replantationsversuch versorgt wurden. In die Auswertung eingeschlossen wurden Fälle mit gescheiterter Replantation und anschließender sekundärer Amputation. Erfasst wurden die direkten Behandlungskosten (Operationszeit, stationäre Aufenthaltsdauer, Revisionsoperationen) sowie die Erhebung der Nekroserate. Die Kostenanalyse erfolgte aus Sicht des Gesundheitssystems.

Ergebnisse: Die primäre Stumpfbildung zeigte geringere direkte Behandlungskosten bei kürzerer Operationsdauer, geringerer Anzahl an Revisionseingriffen und reduzierter stationärer Verweildauer von 1–2 Tagen. Der Replantationsversuch mit sekundärer Amputation war mit deutlich erhöhten Gesamtkosten verbunden, insbesondere durch verlängerte Krankenhausaufenthalte von durchschnittlich 7 Tagen und höhere Revisionsraten mit intensiverer Nachbehandlung. Die analysierte Erfolgsrate der Replantationen relativierte diese Mehrkosten nur teilweise, da ein relevanter Anteil der Fälle eine sekundäre Amputation erforderte.

Schlussfolgerung: Ein Replantationsversuch mit nachfolgendem Misserfolg und sekundärer Amputation ist aus gesundheitsökonomischer Sicht mit erheblich höheren Kosten verbunden. Im Vergleich dazu stellt die primäre Stumpfbildung eine deutlich kosteneffizientere Versorgungsstrategie dar. Die Indikationsstellung zur Replantation sollte daher neben funktionellen und patientenindividuellen Faktoren auch unter Berücksichtigung ökonomischer Aspekte erfolgen. Weitere prospektive Studien sind notwendig, um prädiktive Faktoren für den Replantationserfolg zu identifizieren, Entscheidungsalgorithmen zu optimieren und eine ausgewogene Abwägung zwischen funktionellem Nutzen und Ressourcenverbrauch zu ermöglichen.