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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Motorische Ersatzplastik 50 Jahre nach Durchtrennung des N. medianus

Pia Libutzki - Fachklinik 360° Ratingen, Ratingen, Deutschland
Maria Tsironis-Kresken - Fachklinik 360° Ratingen, Ratingen, Deutschland
Nina Schmitz - Fachklinik 360° Ratingen, Ratingen, Deutschland
Sandra Vossen - Fachklinik 360° Ratingen, Ratingen, Deutschland

Text

Fragestellung: Ist die Opponens-Plastik als motorische Ersatzplastik auch 50 Jahre nach Verletzung des Nervus medianus noch möglich und ist damit ein gutes funktionelles Ergebnis zu erreichen?

Methodik: Es erfolgt die Darstellung eines klinischen Falls als Case Report.

Ergebnisse: Eine nun 72-jährige Patientin erlitt im Rahmen eines Suizidversuchs 50 Jahre zuvor linksseitig eine Durchtrennung aller Beugesehnen am Handgelenk sowie eine komplette Durchtrennung des N. ulnaris und N. medianus. In der initialen Operation erfolgte die Naht der Beugesehnen sowie die Naht des N. ulnaris mit ipsilateralem N. suralis-Interponat. Zweizeitig wurde zehn Monate später die Versorgung des N. medianus mit kontralateralem N. suralis-Interponat durchgeführt. Die sensible Funktion des Nervens konnte so teilweise wiederhergestellt werden, bei motorisch nicht zufriedenstellendem Ergebnis. Aktuell bestand linksseitig eine vollständige Atrophie der Thenarmuskulatur mit fehlender aktiver Oppositionsbewegung des Daumens bei jedoch freier Beweglichkeit im Daumengrund- und Sattelgelenk. Daraus resultierte eine stark eingeschränkte Greiffunktion der linken Hand. Der Karpalkanal und der distale Unterarm waren durch eine Narbenplatte verändert. Wir führten daher eine Opponens-Plastik modifiziert nach Burkhalter mit Transposition der M. extensor indices -Sehne auf den M. abductor pollicis brevis durch. Die Patientin wurde zunächst statisch mit einer thermoplastischen Schiene in Oppositionsstellung nachbehandelt. Bereits 6 Wochen nach der Operation war eine aktive Opposition möglich. Nach drei Monaten konnte der Daumen wieder kräftig eingesetzt werden. Die Greiffunktion mit Opposition des Daumens konnte dauerhaft wiederhergestellt werden. Alle Langfingerkuppen können erreicht werden und ein kraftvoller Pinzettengriff ist möglich.

Schlussfolgerung: Die motorische Ersatzplastik nach Schädigung des N. medianus auf Höhe des Handgelenkes ist auch 50 Jahre nach stattgehabter Verletzung bei gut erhaltener passiver Funktion des Daumengrund- und Sattelgelenks noch sinnvoll. Es kann ein sehr gutes funktionelles Ergebnis mit Wiederherstellung der Opposition erreicht werden.