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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Algorithmus zur chirurgischen Therapie symptomatischer Hand- und Fingerneurome

Maximilian Mayrhofer-Schmid - BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland; Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Niek Nieuwdorp - Erasmus MC Rotterdam, Rotterdam, Niederlande; Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Devin Clegg - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Martin Aman - BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Floris Raasveld - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
J. Michiel Zuidam - Erasmus MC Rotterdam, Rotterdam, Niederlande
Leila Harhaus-Wähner - BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
R. Glenn Gaston - Ortho Carolina Research Insitute, Charlotte, USA
Ian Valerio - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA
Kyle Eberlin - Massachusetts General Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA

Text

Fragestellung: Die chirurgische Behandlung symptomatischer Neurome an Hand und Fingern umfasst heute sowohl „aktive“ als auch „passive“ Verfahren. Aufgrund begrenzter Evidenz und uneinheitlicher Ergebnisberichterstattung ist die Auswahl des geeigneten Verfahrens jedoch erschwert. Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung eines praxistauglichen Therapiealgorithmus für symptomatische Neurome der Hand.

Methodik: Es wurde ein Scoping Review zur chirurgischen Behandlung symptomatischer Neurome distal des Handgelenks nach PRISMA-ScR-Methodik durchgeführt. Die identifizierte Literatur wurde strukturiert ausgewertet und mit konsentierten Einschätzungen der Senior-Autoren zusammengeführt. Auf dieser Grundlage wurde ein schrittweiser Therapiealgorithmus entwickelt, gegliedert nach Neuromtyp und anatomischer Lokalisation.

Ergebnisse: Die verfügbare Literatur ist überwiegend retrospektiv und weist eine erhebliche Heterogenität hinsichtlich Neuromtyp, operativer Technik und Endpunkten auf. Zwar berichten viele Studien über eine klinisch relevante Schmerzreduktion nach operativer Behandlung, ein direkter Vergleich einzelner Verfahren ist jedoch aufgrund uneinheitlicher Studiendesigns und Outcome-Parameter nur eingeschränkt möglich. Im vorgeschlagenen Algorithmus wird zunächst zwischen Kontinuitätsneuromen und terminalen Neuromen unterschieden. Bei Kontinuitätsneuromen wird bei vorhandenem distalem Ziel primär die Exzision mit Rekonstruktion empfohlen, entweder durch direkte spannungsfreie Adaptation oder durch Interponatrekonstruktion mittels Auto- oder Allograft. Ist eine Rekonstruktion nicht sinnvoll oder kein distales Ziel vorhanden, wie häufig bei terminalen Neuromen, erfolgt die Wahl eines angepassten Verfahrens zum Nervenendmanagement je nach anatomischer Lokalisation.

Abbildung 1 [Abb. 1]

Abbildung 1

Schlussfolgerung: Die Evidenz zur operativen Behandlung symptomatischer Handneurome ist durch retrospektive Studiendesigns und uneinheitliche Outcome-Erhebung limitiert. Ein strukturierter Algorithmus kann die präoperative Evaluation und operative Entscheidungsfindung verbessern, indem die Verfahrenswahl an Neuromtyp, anatomischer Ebene und Rekonstruktionsmöglichkeit ausgerichtet wird. Der vorgeschlagene Algorithmus bietet hierfür einen praxisnahen Rahmen.