66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
Ergebnisse der dermodermalen Kontaktreplantation bei Fingerkuppenamputationen im Kindesalter
Text
Fragestellung: Fingerendgliedquetschungen durch zu fallende Türen oder durch Einklemmung unter herunterfallende Gegenstände sind die häufigsten Verletzungen bei Kindern im Vorschulalter.
In unserem Patientengut sahen wir, dass die kleinlumigen Gefäße auf Endgliedniveau nicht sicher zu anastomosieren waren. Daher brauchten wir eine Methode, die zu einer besseren Einheilung der Composite – Grafts führte.
Aus diesem Grund erfolgte seit 2010 die Versorgung von Endgliedamputationen mit der Technik nach Paavilainen, der dermodermalen Fusion. Dabei wird das Amputat im Sinne eines Composite- Grafts wieder angenäht und es wird gleichzeitig das Epithel im papillären Plexus der Dermis an der Kuppe und am gesunden Handanteil entfernt und die Kuppen temporär zur Durchblutungsverbesserung in gut erreichbare Handanteile angenäht.
Methodik: In dieser Studie wurden nach Auswertung der Krankenakte die behandelten Patienten eingeladen und die Fingerkuppen untersucht. Dabei war neben der Nagelform, der Kuppenbeschaffenheit, der Sensibilität und Fingerfunktion auch die Patienten- und Elternzufriedenheit bei der 4-wöchigen Gipsruhigstellung und erneuter Trennung in Narkose, untersucht und diese Ergebnisse mit den Ergebnissen anderer Techniken in der Literatur verglichen.
Ergebnisse: Es wurden 24 Finger untersucht. Bei 22 kam es zu einer Einheilung der Fingerkuppe. Der verletzte Finger war 4 mm kürzer als der korrespondierende Finger der Gegenseite bei guter Sensibilität. Patienten und Eltern waren zufrieden mit dem Ergebnis. In der Literatur werden für unterschiedliche Operationsmethoden ähnliche funktionelle Ergebnisse beschrieben.
Schlussfolgerung: Die 4-wöchige Ruhigstellung ist angesichts der ähnlichen oder auch besseren Ergebnisse mit einfacheren Techniken, wie der Technik aus Chile, mit Composite-Graft und anschließender Folienbehandlung nicht gerechtfertigt.
Die Alternative, die die Kollegen aus Chile beschreiben, stellt eine deutlich einfachere Methode dar, mit weniger Einschränkung der kleinen Patienten und einem doch sehr überzeugenden Ergebnis. Dieses wird unseren Standard ablösen.



