28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Praktikabilität von Hör-Screenings bei älteren Personen: Eine Delphi-Befragung unter potenziellen Anwender_innen
Text
Fragestellung: Hörbeeinträchtigungen gelten als modifizierbare Risikofaktoren für Erkrankungen wie Demenz [1] und kognitive Einschränkungen [2] und treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf. Im Rahmen einer systematischen Literaturanalyse wurde festgestellt, dass es derzeit keine standardisierten Hör-Screenings für ältere Personen gibt. Die Mehrheit der in der Fachliteratur evaluierten Tools hat weder die Praktikabilität der Screenings im Pflege- und Behandlungsprozess noch die Anwendbarkeit an älteren Personen empirisch geprüft. Vor diesem Hintergrund soll in einer Delphi-Befragung die Praktikabilität bestehender Hör-Screenings untersucht werden. Ziel ist es, potenzielle Anwender_innen (Healthcare Professionals und Hörakustiker_innen) die Attribute von Hör-Screenings hinsichtlich der Praktikabilität in ihrem Arbeitsalltag evaluieren zu lassen.
Methoden: Die Delphi-Befragung wird in zwei Runden mit jeweils ca. 60-80 Personen (ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Fachpersonal sowie Hörakustiker_innen) durchgeführt. Nach der ersten Runde werden die Ergebnisse deskriptiv ausgewertet und zur Reevaluation den Teilnehmenden vorgelegt, um einen möglichst breiten Konsens zu erzielen. Bei ausreichend großer Stichprobe erfolgt zusätzlich eine Analyse in Subgruppen.
Ergebnisse: Die Befragung wurde Anfang November 2025 gestartet. Die Vorstellung der Ergebnisse ist zur Tagung geplant. Die Ergebnisse aus der Befragung ermöglichen eine evidenzbasierte Identifikation von Attributen basierend auf dem Konsens der Teilnehmenden, die die Akzeptanz und Praktikabilität von Hörscreening-Tools steigern.
Schlussfolgerung: Die Delphi-Befragung liefert eine fundierte Grundlage für die Entwicklung standardisierter, nutzungsfreundlicher Hör-Screenings und unterstützt die zukünftige Implementierung im Versorgungssystem. Die entstandenen Empfehlungen werden nicht nur die Akzeptanz und Praktikabilität erhöhen, sondern auch dazu beitragen, dass Hör-Screenings flächendeckender eingesetzt werden.
References
[1] Livingston G, Huntley J, Liu KY, Costafreda SG, Selbæk G, Alladi S, Ames D, Banerjee S, Burns A, Brayne C, Fox NC, Ferri CP, Gitlin LN, Howard R, Kales HC, Kivimäki M, Larson EB, Nakasujja N, Rockwood K, Samus Q, Shirai K, Singh-Manoux A, Schneider LS, Walsh S, Yao Y, Sommerlad A, Mukadam N. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. Lancet. 2024 Aug 10;404(10452):572-628. DOI: 10.1016/S0140-6736(24)01296-0[2] Deal JA, Reed NS, Kravetz AD, Weinreich H, Yeh C, Lin FR, Altan A. Incident Hearing Loss and Comorbidity: A Longitudinal Administrative Claims Study. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2019 Jan 1;145(1):36-43. DOI: 10.1001/jamaoto.2018.2876



