Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
Konsekutive Exotropie: Ergebnisse und Herausforderungen der operativen Therapie
Text
Einleitung: Die konsekutive Exotropie ist eine Form des Strabismus, die Jahre nach der Behandlung einer Esotropie auftreten kann. Prädisponierende Faktoren hierfür sind unter anderem Operationen an mehreren Augenmuskeln sowie große Rücklagerungstrecke am Musculus rectus medialis. Auch eine hohe Hyperopie, eingeschränktes Binokularsehen oder eine Amblyopie können zur diesen Schieldeviation beitragen. Revisionsoperationen nach vielen Jahren stellen dabei eine besondere Herausforderung dar.
Methoden: Es wurden 13 Patienten retrospektiv im Zeitraum von 2021 bis 2025 analysiert. Der prä- und postoperative Schielwinkel wurde mittels alternierenden Prismencover-Testes bestimmt. Intraoperativ erfolgte eine Vorlagerung des Musculus rectus medialis, je nach Befund mit oder ohne zusätzliche Resektion, sowie eine Rücklagerung des Musculus rectus lateralis. Die postoperative orthoptische Untersuchung wurde in der ersten postoperativen Woche sowie drei Monate nach dem Eingriff durchgeführt.
Ergebnisse: Das durchschnittliche Alter der Patienten am Operationstag betrug 45,92±14,9 Jahre. Der präoperative Schielwinkel in Primärposition lag im Mittel bei –36±12,68 PD in der Ferne. Die letzte Operation lag schätzungsweise 15 bis 20 Jahre zurück. Intraoperativ wurde folgende Dosierung durchgeführt: Vorlagerung des Musculus rectus medialis im Durschnitt um 3,38±2,04 mm (n=13), gegebenenfalls zusätzliche Resektion durchschnittlich 2,91±1,91 mm (n=10), sowie Rücklagerung des Musculus rectus lateralis durchschnittlich 5,23±1,37 mm (n=13). Die mittlere Schielwinkelreduktion konnte auf –1,23±5,76 PD in der Ferne 1 Woche postoperativ und auf –1,15±5,76 PD 3 Monate postoperativ erreicht werden. Schwerwiegende Komplikationen traten nicht auf.
Schlussfolgerung: Die operative Behandlung der konsekutiven Exotropie ermöglicht eine deutliche und nachhaltige Reduktion des Schielwinkels. Trotz erschwerter intraoperativer Bedingungen konnten gute Ergebnisse ohne relevante Komplikationen erzielt werden.



