Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Kontinuität und Wandel: die Rolle der Keratoplastik in der modernen Hornhauttherapie
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Die Behandlung von Hornhauterkrankungen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Während die perforierende Keratoplastik (PK) lange als Standardverfahren galt, haben sich lamelläre Techniken differenziert etabliert.
Die PK bleibt aufgrund ihrer universellen Anwendbarkeit ein unverzichtbares Verfahren, insbesondere bei komplexen Narben, Degenerationen und Dystrophien. Anteriore lamelläre Verfahren wie DALK bieten Vorteile durch den Erhalt des Empfängerendothels, sind jedoch technisch anspruchsvoll und weisen weiterhin relevante Konversionsraten zur PK auf. Hintere lamelläre Techniken (DSAEK, DMEK) haben die Therapie der Endotheldysfunktionen revolutioniert; insbesondere die DMEK ermöglicht exzellente visuelle Rehabilitation bei minimaler optischer Aberration. Zeitreihenanalysen zeigen eine deutliche Verschiebung der Indikationsspektren zugunsten lamellärer Eingriffe.
Neue Konzepte wie „Descemet stripping only“ (DSO) sowie die klinische Entwicklung kultivierter humaner Endothelzellpräparate eröffnen neue Perspektiven für Behandlungen endothelialer Erkrankungen. Zudem gewinnen Verfahren wie Crosslinking zur Stabilisierung der Hornhaut und zur Verbesserung des Transplantatüberlebens weiter an Bedeutung.
Insgesamt befindet sich die Hornhautchirurgie in einem dynamischen Wandel, in dem klassische Verfahren und innovative Ansätze koexistieren und sich ergänzen. Die präzise Indikationsstellung bleibt entscheidend, um für jede Patientengruppe die optimale Therapieform zu wählen.



