Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Einfluss von personalisiertem Coaching auf die Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen zur Bewegungstherapie in der Rheumatologie: Eine randomisierte kontrollierte Studie
Text
Einleitung: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) zur Bewegungstherapie können Leitsymptome bei Spondyloarthritis (SpA) verbessern, allerdings ist die langfristige Adhärenz oft limitiert [1]. Wir untersuchten, ob die Ergänzung durch persönliches Coaching oder KI-basiertes Bewegungscoaching klinische Outcomes, Adhärenz und körperliche Aktivität im Vergleich zur alleinigen App-Nutzung verbessert.
Methoden: In dieser monozentrischen, prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studie (1:1:1) wurden Erwachsene mit SpA am Universitätsklinikum Erlangen rekrutiert (03/2024–06/2025). Die Teilnehmer wurden folgenden Gruppen zugewiesen: (i) ViViRA + einmaliges personalisiertes Online-Coaching (IC ViViRA), (ii) Kaia + KI-basiertes Bewegungscoaching (IC Kaia) oder (iii) ViViRA ohne Coaching (CG ViViRA). Die DiGAs wurden in 3-Monats-Intervallen verordnet. Die Outcomes wurden zu Studienbeginn (Baseline) und in Follow-ups (FU1 = Monat 3; FU2 = Monat 6) erhoben. Die Wirbelsäulenbeweglichkeit wurde mittels BASMI gemessen; Patient-Reported Outcomes (PROs) umfassten unter anderem den PainDETECT-Score sowie die bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz (PAHCO). Lineare gemischte Modelle (feste Effekte: Visite, Gruppe, Interaktion; zufälliger Intercept: Teilnehmer) wurden zur Schätzung der marginalen Mittelwerte und Kontraste herangezogen.
Ergebnisse: Achtundsiebzig Patienten wurden randomisiert (IC ViViRA n=25; IC Kaia n=27; CG ViViRA n=26). Die Gruppen waren hinsichtlich Demografie, Krankheitsschwere, Funktion und Medikation zu Baseline vergleichbar (alle p > 0,05). Der BASMI verbesserte sich in allen Armen bis FU1 (mittlere Änderung ca. -0,6 bis -0,7 Punkte; jeweils p < 0,001), ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen zu irgendeiner Visite (Abbildung 1 [Abb. 1]). Neuropathische Schmerzsymptome (PainDETECT) nahmen von Baseline (~15–16 Punkte über alle Arme) bis FU2 (~8,8–10,9) ab, mit gruppeninternen Veränderungen von -4,6 (IC Kaia; p ≤ 0,006), -5,5 (IC ViViRA; p ≤ 0,001) und -6,6 (CG ViViRA; p ≤ 0,006) – ebenfalls ohne signifikante Gruppenunterschiede. Die PAHCO-Steuerungskompetenz stieg in der IC ViViRA-Gruppe am stärksten an, mit Verbesserungen von Baseline bis FU1 (≈+0,76; p=0,046) und FU2 (≈+1,02; p=0,013); die Veränderungen in den anderen Armen waren geringer (p ≥ 0,08).
Abbildung 1: Adjustierte BASMI-Gesamt- und Komponentenscores nach Visite und Interventionsgruppe 
Schlussfolgerung: Bewegungs-DiGAs (ViViRA/Kaia) führten über 6 Monate zu klinisch relevanten Verbesserungen der Mobilität und Schmerzen, unabhängig von zusätzlichem Coaching. Ein einmaliges personalisiertes Coaching bot keinen klaren Zusatznutzen für Mobilität/Schmerz, war jedoch mit einer verbesserten PAHCO-Steuerungskompetenz assoziiert. Dies deutet auf einen potenziell nachhaltigen Gewinn an gesundheitsbezogenen Selbstmanagement-Fähigkeiten hin. Zukünftige Studien sollten objektive Nutzungskennzahlen, längere Follow-up-Zeiträume und wiederholte Coaching-Kontakte einbeziehen.
Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Abstract besteht.



