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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Intraorbitales Hämangiom bei endokriner Orbitopathie – ein seltener Doppelbefund

Philipp Marius Dahlfrancis - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Stefan Mattheis - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Anja Eckstein - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Inga Neumann - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Stephan Lang - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Kerstin Stähr - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Anke Daser - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland

Text

Einleitung: Die endokrine Orbitopathie ist eine autoimmun-entzündlich vermittelte Erkrankung des peribulbären Orbitainhalts, welche meist im Rahmen eines Morbus Basedow auftritt und sich klinisch typischerweise durch einen Exophthalmus präsentiert. Neben diesem typischen Grund für einen Exophthalmus, kann dieser in sehr seltenen Fällen auch durch andere raumfordernde Prozesse, wie beispielsweise Gefäßmalformationen entstehen. Kavernöse Hämangiome sind gutartige Gefäßmalformationen mit geringer Blutflussgeschwindigkeit, die in allen Körperregionen auftreten können.

Methoden: Es erfolgte die Vorstellung einer 45-jährigen Patientin mit nicht-visusbedrohender endokriner Orbitopathie bei M. Basedow über das Orbitopathiezentrum der Augenklinik des Universitätsklinikums Essen. Der Hertel-Index betrug 22 auf der linken, und 23,5 auf der rechten Seite. Zu OP-Planungszwecken wurde präoperativ ein CT der Nasennebenhöhlen akquiriert, in welchem sich eine Raumforderung in der linken Orbita zeigte. Aufgrund dessen, wurde auf Empfehlung der Radiologie, ein MRT der Region durchgeführt, welches den Verdacht auf das Vorliegen eines intrakonalen kavernösen Hämangioms nahelegte. Zunächst wurde die rechte Seite bei stärker ausgeprägtem Exophthalmus dekomprimiert. Der laterale Dekompressionsschnitt der linken Seite wurde zwei Tage später unter Hinzuziehung der Augenklinik für die stumpfe Präparation und Fixierung der Raumforderung mittels Kryosonde durchgeführt. Durch die vollständige Resektion des vermutlichen Hämangioms wurde die sonst übliche Resektion des intraorbitalen Fettgewebes redundant. Im Nachgang konnte der Verdacht auf ein intrakonales kavernöses Hämangiom histopathologisch bestätigt werden. Der stationäre Verlauf zeigte sich komplett unauffällig. Die postoperative Diplopie wurde wie üblich mit einer Prisemenbrille behandelt.

Diskussion: Ein kausaler Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und Gefäßmalformationen wird in der Literatur bislang nicht beschrieben. Dennoch ist es theoretisch denkbar, dass eine Gefäßmalformation durch Thrombosierung oder Einblutung im Rahmen einer bereits bestehenden endokrinen Orbitopathie das Krankheitsbild akut, oder durch langsame Größenprogredienz chronisch aggravieren kann.