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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Submentale zystische Raumforderung mit initialem Verdacht auf parasitäre Genese – ein interdisziplinärer Fallbericht

Paolo Dalena - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsmedizin Essen (AöR), Essen, Deutschland
Maren Buschmeier - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsmedizin Essen (AöR), Essen, Deutschland
Stephan Lang - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsmedizin Essen (AöR), Essen, Deutschland
Sebastian Dolff - Klinik für Infektiologie und Nephrologie, Universitätsmedizin Essen (AöR), Essen, Deutschland
Dieter Paul Hoyer - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsmedizin Essen (AöR), Essen, Deutschland
Stefan Mattheis - Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsmedizin Essen (AöR), Essen, Deutschland

Text

Einleitung: Zystische Läsionen im submentalen Bereich sind selten und stellen diagnostisch eine Herausforderung dar. Differenzialdiagnostisch kommen unter anderem entzündliche, kongenitale und parasitäre Ursachen in Betracht.

Methoden: Ein 35-jähriger Mann stellte sich mit einer anamnestisch seit etwa einer Woche bestehenden, nicht schmerzhaften, ausgedehnten submentalen Schwellung ohne Fieber vor. Sonographisch zeigte sich eine >5 cm große, multilobulierte, nicht druckdolente Raumforderung (DD Ranula, DD Abszess). Nach Feinnadelaspiration wurde das Material zur Zytologie und Mikrobiologie eingesandt. Im CT-Scan konnte ein Abszess ausgeschlossen werden. Im MRT von Kopf und Hals mit Kontrastmittel zeigte sich eine zystische Struktur mit bildmorphologischem Verdacht auf eine Echinokokkuszyste.

Mikrobiologisch konnte kein Keim nachgewiesen werden, serologisch waren IgG und PCR für Echinokokkose negativ. Die Leberwerte (GPT 94 U/l, GGT 151 U/l) waren leicht erhöht, sonographisch fanden sich keine hepatischen Zysten. Nach interdisziplinärer Diskussion mit den Kollegen der Infektiologie und Allgemeinchirurgie wurden eine präventive Therapie mit Albendazol und eine chirurgische Exzision empfohlen.

Ergebnisse: Die histopathologische Untersuchung ergab schließlich eine Dermoidzyste. Der postoperative Verlauf war komplikationslos, der Patient ist beschwerdefrei.

Diskussion: Dieser Fall verdeutlicht die hohe Relevanz einer sorgfältigen interdisziplinären Abklärung bei seltenen zystischen Raumforderungen im Halsbereich. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Radiologie, Infektiologie, Chirurgie und Pathologie ist essenziell, um die Diagnose zu sichern und ein adäquates therapeutisches Vorgehen zu gewährleisten.