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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Persistierende Dysphagie nach peroraler endoskopischer Myotomie trotz unauffälliger standardisierter Manometrie – Aufdeckung einer postprandialen Dysfunktion des unteren Ösophagussphinkters unter fester Mahlzeitbelastung

C. Torres Reyes - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
O. Cahyadi - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
M. Stögbauer - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
S. Schellen - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
V. Bildheim - St. Josef Hospital Bochum, Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie, Bochum, Deutschland
A. Ebigbo - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die perorale endoskopische Moyotomie (POEM) gilt als effektive Therapie der Achalasie. Persistierende Dysphagie trotz technisch erfolgreicher Myotomie und unauffälliger standardisierter hochauflösenden Ösphagusmanometrie stellt jedoch eine diagnostische Herausforderung dar. Der Fall illustriert die Bedeutung provokativer Testverfahren bei diskrepanten postinterventionellen Beschwerden.

Methode: Ein 14-jähriger Patient mit Achalasie Typ II erhielt extern eine posterior durchgeführte POEM. Aufgrund anhaltender Dysphagie erfolgte eine Redo-POEM in anteriorer Technik. Drei Monate postinterventionell zeigte die hochauflösende Manometrie des Ösophagus im Nüchternzustand adäquate Befunde für den Zustand nach Moytomie mit regelrechter Relaxation des unteren Ösophagussphinkters, fehlender spastischer Aktivität und ohne panösophageale Druckerhöhung. Trotz dieser objektiv unauffälligen Befunde bestanden ausgeprägte postprandiale Beschwerden. Daher wurde ergänzend während der Manometrie eine feste Mahlzeit verabreicht.

Ergebnis: Unter physiologischer Belastung mittels fester Mahlzeit zeigte sich reproduzierbar ein postprandialer, lastabhängiger Spasmus des unteren Ösophagussphinkters mit funktioneller Ausflussbehinderung, der in der standardisierten Untersuchung mit Nassschlücken nicht nachweisbar war. Die Befunde erklärten die persistierende Dysphagie. Es erfolgte eine gezielte Botulinumtoxin-Injektion in den unteren Ösophagussphinkter mit deutlicher klinischer Besserung.

Zusammenfassung: Dieser Fall zeigt, dass eine unauffällige nüchterne hochauflösende Manometrie relevante Funktionsstörungen nach POEM nicht ausschließt. Erst die Untersuchung unter physiologischer Belastung machte die zugrunde liegende postprandiale Dysfunktion des unteren Ösophagussphinkters sichtbar und ermöglichte eine gezielte Therapie. Bei Diskrepanz zwischen klinischer Symptomatik und standardisierter hochauflösender Manometrie sollte eine Belastungsuntersuchung mittels fester Mahlzeit konsequent erwogen werden – einschließlich bei persistierender Dysphagie nach POEM.