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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Intraoperative FLIP-Messungen zur Beurteilung der Pyloruscompliance vor und nach G-POEM – erste Ergebnisse einer prospektiven Fallserie

C. Torres Reyes - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
O. Cahyadi - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
M. Stögbauer - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
M. Koc - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland
A. Ebigbo - St. Josef Hospital Bochum, Medizinische Klinik I, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die gastric peroral endoscopic myotomy (G-POEM) ist eine etablierte Therapieoption bei therapierefraktärer Gastroparese. Eine standardisierte intraoperative Zielkontrolle existiert bislang nicht. In aktuellen Empfehlungen (TULIPS 2.0) wird ein intraoperativer Distensibilitätsindex (DI) ≥8 mm²/mmHg diskutiert. Ziel dieser Analyse war die Evaluation der pylorischen Biomechanik mittels Functional Lumen Imaging Probe (FLIP) während G-POEM sowie die Beurteilung der intraoperativ erzielten Veränderungen im 3-Monats-Verlauf.

Methode: Auswertung einer prospektiv geführten G-POEM-Datenbank (n=14). Intraoperative FLIP-Messungen erfolgten standardisiert bei 50 ml Ballonvolumen vor Tunnelpräparation und unmittelbar nach Pylorotomie unter total intravenöser Anästhesie. Erfasst wurden Distensibilitätsindex (DI), minimaler Durchmesser (Dmin) und Querschnittsfläche (CSA). Das Follow-up erfolgte einheitlich nach 3 Monaten (derzeit n=8) inklusive klinischer Evaluation mittels GCSI.

Ergebnis: Das mittlere Alter betrug 56,6 Jahre; 50% der Patienten waren weiblich. Die Ätiologie war idiopathisch (43%), postoperativ (43%), diabetisch (7%) und andere (7%). Intraoperativ zeigte sich eine konsistente Zunahme der pylorischen Compliance: DI: 4,0 → 6,9 mm²/mmHg (Δ +2,9), Dmin: 14,1 → 17,6 mm (Δ +3,5 mm), CSA: 187 → 246 mm² (Δ +59 mm²). Die mittlere Interventionsdauer betrug 79 Minuten. Intraoperative Komplikationen traten nicht auf. Im 3-Monats-Follow-up zeigten sich stabile FLIP-Parameter (DI 6,2 mm²/mmHg; Dmin 19,6 mm; CSA 260 mm²). Die intraoperativ erreichte Compliance blieb erhalten. Klinisch zeigte sich eine überwiegende Symptomverbesserung mit Abnahme des mittleren GCSI (2,9 → 1,7).

Zusammenfassung: Die intraoperative FLIP-Messung erlaubt eine reproduzierbare quantitative Beurteilung der pylorischen Biomechanik während G-POEM. Die Myotomie führt zu einer konsistenten Zunahme von DI, Dmin und CSA, die im 3-Monats-Verlauf stabil bleibt. Unsere Daten legen nahe, dass die relavte intraoperative Veränderung (ΔDI) klinisch relevanter sein könnte als ein absoulter Zielwert. Mehrere Patienten zeigten klinische Besserung trotz postinterventioneller DI-Werte <8 mm²/mmHg. Dies spricht dafür, dass die relative Veränderung (ΔDI) ein geeigneterer Parameter zur intraoperativen Zielsteuerung sein könnte als ein absoluter Cut-off-Wert. Größere Kohorten sind erforderlich, um belastbare biomechanische Zielparameter zu definieren.