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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Charakterisierung von Lean MASLD im Vergleich zu Non-Lean MASLD: Eine retrospektive monozentrische Kohortenstudie

G. Ari - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
A. Hamadeh - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
E. Ar - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
J. Karimov - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
M. Jeschke - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
A. Schütte - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
F. Tannous - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
B. Hild - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
H. Schmidt - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
M. J. Krawczyk - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
J. Kälsch - Uniklinik Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Lean MASLD (Metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease bei normalem BMI) betrifft einen relevanten Anteil der MASLD-Patient:innen. Trotz fehlender Adipositas können metabolische Dysfunktionen und strukturelle Leberveränderungen vorliegen. Ziel war die klinische und nichtinvasive Charakterisierung von Lean MASLD im Vergleich zur Non Lean MASLD.

Methode: In einer retrospektiven monozentrischen Analyse wurden 197 MASLD-Patient:innen untersucht, darunter 39 (19,8%) mit Lean MASLD (BMI < 25 kg/m²). Demografische, metabolische und laborchemische Parameter wurden zwischen Lean- und Non-Lean-Gruppen verglichen. Die Lebersteifigkeit wurde mittels Vibration-Controlled Transient Elastography (FibroScan®) gemessen. Mäßige Fibrose wurde definiert als Lebersteifigkeit (LSM) ≥ 8,2 kPa oder FIB-4 ≥ 2,0, Zirrhose als LSM ≥ 13,6 kPa. Die Steatose wurde anhand des Controlled Attenuation Parameters (CAP) oder visueller sonographischer Zeichen beurteilt (leicht ≥ 248 dB/m, moderat ≥ 268 dB/m, schwer ≥ 280 dB/m). Gruppenvergleiche erfolgten mittels Chi²-, Fisher-Exact- oder Mann-Whitney-U-Test.

Ergebnis: Das mediane Alter der Gesamtkohorte betrug 55 Jahre; 53% waren männlich. In der Lean-Gruppe lag das mediane Alter bei 54 vs. 56 Jahren (p = 0,48), der männliche Anteil bei 49% vs. 55% (p = 0,57). Der mediane BMI betrug 23,8 vs. 31,2 kg/m² (p < 0,001). Lean-Patient:innen wiesen niedrigere Prävalenzen von Typ-2-Diabetes (3% vs. 42%, p < 0,001), arterieller Hypertonie (21% vs. 42%, p = 0,01) und Dyslipidämie (28% vs. 58%, p = 0,003) auf. Die mediane Lebersteifigkeit war geringer (5,4 vs. 7,2 kPa, p = 0,002). Mäßige Fibrose lag bei 25,6% vs. 56,3% (p = 0,01), Zirrhose bei 2,6% vs. 16,5% (p = 0,02). Auch der CAP-Wert war niedriger (283 vs. 325 dB/m, p = 0,03).

Zusammenfassung: Trotz geringerer Prävalenz metabolischer Komorbiditäten erfüllte etwa ein Viertel der normalgewichtigen Patient:innen Kriterien einer mäßigen Fibrose. Eine ausschließlich BMI-basierte Risikostratifizierung erscheint daher unzureichend. Auch bei normalgewichtigen Patient:innen sollte bei klinischem Verdacht eine strukturierte nichtinvasive Diagnostik mittels Sonographie und Elastographie erfolgen.