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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

TB or not TB – Fallbericht eines Patienten mit sklerosierender Mesenteritis und initialen Verdacht auf tuberkulöse Peritonitis

A. Killer - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
M. Schneider - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
C. De Angelis - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
L. Haberl - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
C. Flaßhove - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
B.-E. O. Jensen - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
T. Lüdde - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen bei Aszites und Peritonitis ohne Leberzirrhose gehört neben Karzinomen & Kollagenosen die Tuberkulose, insbesondere Herkunft aus Hochprävalenzländern. Wir präsentieren einen Fall bei dem wir initial von einer tuberkulösen Peritonitis ausgingen, im Verlauf aber eine sklerosierenden Mesenteritis festgestellt werden konnte. Die sklerosierende Mesenteritis ist eine seltene und schwer zu diagnostizierende Erkrankung, welche meistens mittelalte Männer betrifft, häufig selbstlimitierend ist aber auch einen chronischen Verlauf mit deutlichen Symptomen wie abdominellen Schmerzen und Gewichtsverlust haben kann.

Methode: Fallbericht aus der infektiologischen Ambulanz.

Ergebnis: Ein 27-jähriger Patient aus Syrien, stellte sich in unserer infektiologischen Ambulanz Anfang 2025 vor. Bei unklarem Gewichtsverlust von 10 kg über 4 Monate, abdominellen Schmerzen und Aszites war in einer externen Klinik ein MRT mit Nachweis von granulomatös erscheinenden Herden des Peritoneums und Splenomegalie eine diagnostische Laparoskopie durchgeführt worden, welche keinen Nachweis einer Tuberkulose erbrachte bei unspezifischer Entzündung. Bei fehlenden Hinweisen auf eine Leberzirrhose oder Karzinom wurde eine antimykobakterielle Therapie nach Standard Vierfach Schema begonnen worden. Bei Verschlechterung der Symptome wurde bei Verdacht auf eine Immunrekonstruktionsreaktion Prednisolon begonnen worden. Bei der Erstvorstellung hat der Patient seit 4 Monaten 20 mg Prednisolon eingenommen und er hatte die TBC-Therapie selbstständig unterbrochen. Wir haben die Therapie ausgeschlichen, worunter es zu einer klinischen Verschlechterung mit CRP-Anstieg kam (bis 35 mg/dl, 0,5 Normalwert). Außer einem erhöhten Il-2 Rezeptor waren sämtliche weiteren serologischen Test unauffällig (inkl. IGRA, ANA, ANCA, IgG4). Wir haben außerdem die TBC Therapie wiederbegonnen und die Laparoskopie wiederholt, welche diesmal eine deutliche fibrinöse Peritonitis mit lymphozytärer Infiltration und keine Tuberkulose ergab. Deswegen haben wir eine erneute Glucocorticoid und anschließend Azathioprin Therapie begonnen. Unter dieser kam es zu einer kontinuierlichen Besserung und vollständigen Regredienz des Aszites, Normalisierung der Milzgröße und der Laborwerte mit letzter klinischen Kontrolle 01/2026.

Zusammenfassung: Bei fibrinöser Peritonitis mit abdominellen Schmerzen und Gewichtsverlust sollte an die Differentialdiagnose einer sklerosierenden Mesenteritis gedacht werden.