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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Analyse der funktionellen Ausheilungsrate und Chancen von Therapiestopp Strategien in einer Kohorte von 1.083 Fällen mit chronischer Hepatitis B

A. Killer - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
G. Suprano - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
S. Gliga - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
P. Park - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
C. Angendohr - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
B.-E. O. Jensen - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
A. Walker - Universitätsklinik Düsseldorf, Institut für Virologie, Düsseldorf, Deutschland
N. Lübke - Universitätsklinik Düsseldorf, Institut für Virologie, Düsseldorf, Deutschland
J. Timm - Universitätsklinik Düsseldorf, Institut für Virologie, Düsseldorf, Deutschland
T. Lüdde - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
H. H. Bock - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Bei chronischen Hepatitis-B-Infektionen gibt es nach wie vor nur begrenzte Möglichkeiten für eine funktionelle Heilung, definiert als HBsAg-Verlust, der mit einem besseren Verlauf hinsichtlich der Leberfibrosierung und des Auftretens von HCC verbunden ist. Eine Heilungsstrategie ist das Absetzen der Nukleos(t)idanaloga (NA). Wir haben unsere Hepatitis-B-Virus Kohorte analysiert, um herauszufinden wie viele und welche PatientInnen eine funktionelle Ausheilung erreichen, wie erfolgreich das Absetzen von NA ist und wie viele weitere PatientInnen geeignet für einen NA Stopp wären.

Methode: Wir haben eine zentrale Datenabfrage zu Patienten mit positivem HBsAg durchgeführt, die zwischen 2019 und 2024 in der Hepatitis-Ambulanz behandelt wurden. Die klinischen und virologischen Daten wurden mit Prism GraphPad analysiert.

Ergebnis: Von 1083 Patienten mit positivem HBsAg kam es bei 50 zu einem HBsAg-Verlust (4,6%, 0,92% pro Jahr). Das mediane Alter betrug 54 Jahre, die Lebersteifigkeit 5,4 kPa, der mittlere HBsAg-Wert bei der Erstvorstellung 452 IU/ml. 20 Patienten waren weiblich und der Zeitraum seit Diagnose betrug 15 Jahre. 20 HBsAg-Verluste traten während einer NA-Behandlung und 20 ohne aktuelle Behandlung auf (jeweils 40%). 10/35 Patienten erreichten nach Absetzen der NA eine funktionelle Heilung (20% der Gesamtanzahl HBsAg-Verlust, 28,5% HBsAg Verlust nach NA-Absetzen). Bei 13 PatientInnen musste die NA-Behandlung wieder begonnen werden. Es traten 14 Flares (= ALT > 3-fache Obergrenze des Normalwertes) auf, der mediane ALT-Spitzenwert betrug 402 U/l und der HBV-DNA-Wert 353.657 IU/ml. Flares waren nicht mit einem HBsAg-Verlust (p = 0,7), sondern mit einer Wiederaufnahme der NA-Behandlung assoziiert (p < 0,001). Ein niedrigerer HBsAg-Wert und eine niedrige Lebersteifigkeit waren mit einer funktionellen Heilung nach NA-Absetzung assoziiert (p < 0,0001 und p = 0,03). Alter, Body-Mass-Index, und GFR waren nicht mit einer funktionellen Heilung nach NA-Absetzung assoziiert (p = 0,5, p = 0,4, p = 0,3). Wir haben weitere 44 Patienten mit HBsAg <1000 IU/ml, normaler ALT, nicht nachweisbarer HBV-DNA und ohne Zeichen der Zirrhose identifiziert, denen ein NA-Abbruch angeboten werden könnte (4,2%).

Zusammenfassung: Ein spontaner HBsAg-Verlust ist selten. PatientInnen mit niedrigem HBsAg sowie Fibrosegrad können von einer NA-Absetzung profitieren, sollten jedoch hinsichtlich Flares engmaschig überwacht werden. Wir benötigen neue Therapieansätze, um in der Breite funktionelle Heilung zu erreichen.