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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Nabelhernie mit Rektusdiastase – robotische eTEPP mit Rekonstruktion der Linea alba

M. Smikic - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland
B. Limper - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Nabelhernien bis zu einem Durchmesser von 1 cm (W1) werden mit einem Nahtverfahren versorgt. In den europäischen Leitlinien wird ab einem Durchmesser größer 1 cm die Netzimplantation via offenem oder minimal invasiv Verfahren empfohlen. Eine Rektusdiastase > 2 cm Abstand ist in mehr als einem Drittel mit einer Nabelhernie vergegenwärtigt. Sie kann zu unterschiedlichen Symptomen führen, abhängig vom Grad der Diastase, der anatomischen Struktur, dem Alter und Geschlecht der Patienten wie zum Beispiel Urininkontinenz und Rumpfinstabilität. Unser Algorithmus ist nach klinischer Untersuchung, Ultraschall mit Messung der Bruchlücke die robotic extented total extraperitoneale patch plastic – reTEPP.

Methode: Unser Standard sieht linkslaterale Zugänge in die Rektusscheide für drei Arme des Roboters vor. Andocken von rechts. Präparation der linken Rektusscheide, Darstellung und Präparation der Linea alba, Turnover und Eingehen in die rechte Rektusscheide. Vervollständigung der Präparation mit Darstellung vorhandener Bruchlücken im Nabel oder auch kombiniert epigastrisch bis zur Linea semilunaris. Anschliessend Rekonstruktion der Linea alba durch eine invertierende fortlaufende Naht, der Bruchlückenverschluss und die Netzplatzierung in Sublay Position.

Ergebnis: Im Zeitraum vom 11/24–12/2025 wurden 47 robotische eTEPP Operationen bei Nabelbruch mit Rekrusdiastase durchgeführt. Davon 21 weiblich und 26 männlich, Durchschnittsalter 62 Jahre. Die mittlere OP- Zeit 75 min, eine Konversion in eine robotische IPOM Operation,Verweildauer 36 h im Durchschnitt. Alle Patienten bekommen am Entlasstag eine Ultraschalluntersuchung der Bauchdecke und Laborabnahme. Der Schmerzmittelbedarf war marginal. Es zeigte sich ein Rektusscheidenhämatom am OP- Tag ohne Interventionsbedarf, ein Wundinfekt am Trokar. Es gibt kein Frührezidiv am Nabel, insbesondere die Patientinnen waren subjektiv mit dem ästhetischen Ergebnis zufrieden. Die Nachuntersuchungen laufen strukturiert im Rahmen der Herniamedstudie.

Zusammenfassung: Aktuell besteht die Tendenz, die Rektusdiastase gemeinsam mit der Nabelhernie (W2) zu operieren. Aus unserer Sicht verbindet die robotische eTEPP den Anspruch der bestmöglichen technischen Durchführung minimal invasiv durch das robotische System mit der Netzlage in Sublaytechnik. Die ökonomische Abbildung dieser schonenden Operation, bedarf einer Anpassung. Ansonsten führt dies zur Renaissance schon langer verlassener Methoden oder laparoskopischer „Freestyle-Operationen“ ohne Evidenz.