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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Gastrische Perorale Endoskopische Myotomie (G-POEM) bei therapieresistenter Gastroparese nach Lungentransplantation – effektive minimalinvasive Therapieoption bei postoperativer Motilitätsstörung. Ein Fallbericht

G. Rahe - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
B. Hild - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
L. Jochheim - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland; Universitätsklinikum Essen, Klinik für Nuklearmedizin, Essen, Deutschland
A. Zeller - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
S. Cordes - Universitätsmedizin Essen - Ruhrlandklinik, Klinik für Pneumologie, Essen, Deutschland
C. Taube - Universitätsmedizin Essen - Ruhrlandklinik, Klinik für Pneumologie, Essen, Deutschland
H. Schmidt - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland
C. Schramm - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Transplantationsmedizin, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Gastroparese ist eine relevante Komplikation nach Lungentransplantation (LuTX) und wird in retrospektiven Analysen je nach Studie bei etwa 17–63% der transplantierten Patientinnen und Patienten beschrieben. Pathophysiologisch wird insbesondere eine intraoperative Vagusschädigung diskutiert. Klinisch kann die Motilitätsstörung zu Malnutrition, rezidivierenden Aspirationsereignissen sowie potenziell zu ungünstigen Transplantat-Outcomes führen. Therapeutisch stehen diätetische Maßnahmen, Prokinetika, pylorische Botulinumtoxin-Injektionen, Ballondilatationen sowie chirurgische oder endoskopische Pyloromyotomien zur Verfügung. Die gastrische perorale endoskopische Myotomie (G-POEM) hat sich in den letzten Jahren als effektive minimalinvasive Therapieoption bei therapierefraktärer Gastroparese etabliert.

Methode: Vorgestellt wird eine 64-jährige Patientin mit Zustand nach bilateraler Lungentransplantation (2016) bei COPD GOLD IV sowie nach Chemotherapie eines muskelinvasiven Urothelkarzinoms (02/2024) mit chemotherapie-assoziierter Polyneuropathie. Seit 2024 bestand eine progrediente Gastroparese mit rezidivierendem Erbrechen (an schlechten Tagen bis zu fünfmal täglich), ausgeprägter postprandialer Symptomatik und einem Gewichtsverlust von insgesamt 7–8 kg. Eine vorangegangene medikamentöse Therapie war ausgeschöpft. Eine pylorische Botulinumtoxin-Injektion führte zu einer vorübergehenden Besserung über ca. 2–3 Monate, jedoch erneuter progredienter Symptomatik im Verlauf. Endoskopisch zeigte sich präinterventionell ein hochgradig eingeengter, nur erschwert passierbarer Pylorus und Speisereste trotz adäquater Nüchternperiode. Es erfolgte daher die komplikationslose Durchführung einer G-POEM mit submukösem Tunnel und vollständiger pylorischer Myotomie.

Ergebnis: Die Intervention verlief technisch komplikationslos. Bereits am Interventionstag zeigte sich eine deutliche klinische Besserung mit Sistieren des Erbrechens. Endoskopisch war der Pylorus unmittelbar postinterventionell frei und problemlos passierbar. Im weiteren stationären Verlauf kam es zu keiner Komplikation. Die Patientin berichtete über eine nachhaltige Symptomreduktion. Eine erneute Erbrechenssymptomatik trat nicht auf.

Zusammenfassung: Postoperative Gastroparese ist eine häufige, klinisch relevante Komplikation nach Lungentransplantation und sollte bei entsprechender Symptomatik aktiv in Betracht gezogen werden. Eine G-POEM stellt eine minimal-invasive Alternative bei medikamentös und ernährungsmedizinisch ausgeschöpfter Therapie dar.