Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
HAMMER-Studie hepatisch metastasierte Adenokarzinome des Magens und gastroösophagealen Überganges: Multimodale Behandlung mit Gastrektomie/Ösophagektomie und Resektion oder Ablation der Metastasen
Text
Hintergrund und Ziel: Adenokarzinome des Magens und der Speiseröhre sind weltweit die fünft- bzw. siebt-häufigste Krebserkrankung. Zum Zeitpunkt der Erstdiagnose weisen bereits bis zu 50% der betroffenen Patienten Fernmetastasen auf und werden palliativ mittels Chemotherapie behandelt. Eine chirurgische Therapie mit Resektion des Tumors und aller Fernmetastasen ist in diesem Stadium in aktuellen Leitlinien, im Gegensatz zum metastasierten kolorektalen Karzinom, nicht regelhaft vorgesehen. In bisherigen Studien zum Adenokarzinom des Magens und des gastroösophagealen Übergangs gab es uneinheitliche Ergebnisse bezüglich eines solchen Therapieansatzes. Studien, die keinen Überlebensvorteil zeigen konnten, litten u.a. unter einer hohen perioperativen Morbidität und Mortalität sowie niedrigen Komplettierungsraten der adjuvanten Chemotherapie in perioperativen Behandlungskonzepten.
Methode: Ziel dieser monozentrischen prospektiven Interventionsstudie ist die Evaluation des Einflusses eines multimodalen Therapiekonzeptes aus Systemtherapie, Resektion des Primarius und Behandlung der Metastasen auf das Gesamtüberleben und die Lebensqualität. Alle Patienten mit hepatisch metastasierten Adenokarzinomen des oberen Gastrointestinaltraktes mit Stable Disease oder in Remission unter Systemtherapie können in die Studie eingeschlossen werden. Patienten erhalten eine leitliniengerechte Systemtherapie und werden anschließend für die Resektion evaluiert. Falls alle Tumormanifestationen behandelt werden können, erfolgen eine Resektion des Primarius und eine chirurgische oder radiologisch-interventionelle Therapie der Metastasen. Hierbei werden zur Reduktion der perioperativen Morbidität die Eingriffe primär robotisch, minimal-invasiv durchgeführt.
Ergebnis: Die Studie wurde positiv von der Ethikkomission bewertet und der erste Studienpatient im Januar 2026 eingeschlossen. Sollte sich die Hypothese eines Überlebensvorteils durch eine operative Intervention bestätigen, könnte dies die Therapieansätze bei metastasierten Karzinomen des oberen GI-Traktes nachhaltig beeinflussen.
Zusammenfassung: Die operative Therapie bei metastasierten Magenkarzinomen und AEGs umstritten. Das Ziel des HAMMER Studie ist die Analyse des Einflusses einer zusätzlich zur Systemtherapie durchgeführten Resektion des Primarius und der Metastasen auf Gesamtüberleben sowie Lebensqualität.



