Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Dünndarmtorquierung bei Metastase eines malignen kutanen Melanoms
Text
Hintergrund und Ziel: Wir berichten über eine 67-jährige Patientin mit bekannter kutaner Melanomvorgeschichte, die sich mit akutem Abdomen, Übelkeit und Erbrechen in unserer Notaufnahme vorstellte. An klinische Untersuchung, Labor und Sonographie wurde bei weiterhin unklarer Befundlage eine Computertomographie des Abdomens angeschlossen.
Methode: Das kontrastmittelgestützte CT-Abdomen zeigte eine Dünndarmtorquierung im rechten Mittelbauch mit radiologischen Zeichen eines begleitenden Ileus. In der explorativen Laparotomie fand sich 70 cm oral der Bauhin-Klappe eine Torsion des Mesenteriums mit ischämischer Ileumstrecke, ausgelöst durch eine intraluminale Raumforderung. Es erfolgte eine tubulär segmentale Ileumteilresektion mit primärer Seit-zu-Seit Anastomose. Der postoperative Verlauf war komplikationslos und die Patientin wies bei der poststationären Nachkontrolle keine abdominellen Beschwerden auf.
Ergebnis: Histologisch zeigte sich eine melanozytäre Neoplasie. Immunhistochemisch waren die Tumorzellen positiv für Melan-A, S-100, Tyrosinase und PRAME, während epithelialer (CK7, CK20) und neuroendokriner Marker (Synaptophysin und Chromogranin A) negativ blieben; Ki-67 lag unter 2%. Eine sichere Unterscheidung zwischen primärem Dünndarmmelanom und Metastase ist histologisch nicht möglich; unter Berücksichtigung der bekannten kutanen Melanomvorgeschichte am linken Oberarm kann die Läsion am ehesten als Metastase eingeordnet werden.
Zusammenfassung: Gastrointestinale Metastasen des kutanen Melanoms sind klinisch selten manifest. Autopsiestudien zeigen, dass bis zu 60% der Patienten mit fortgeschrittenem Melanom GI-Metastasen aufweisen, symptomatisch ist jedoch nur ein kleiner Teil (1–4%) und diese werden häufig erst im Rahmen akuter Komplikationen diagnostiziert. Zudem gelingt eine histologische Unterscheidung zwischen primärem Melanom und Metastase meist nicht (3).Die chirurgische Resektion stellt bei resektablen intestinalen Melanommetastasen, insbesondere bei akuten Komplikationen, wie einem Ileus, die therapeutische Standardmaßnahme dar.



