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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Abdominelles B-Zell Non-Hodgkin Lymphom

F. Lefarth - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland
M. Smikic - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland
B. Limper - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Ein 79-jähriger Patient wurde uns durch unsere Internisten bei unklarem Gewichtsverlust mit postprandialen Ober- und linksseitigen Unterbauchschmerzen, Emesis, Diarrhoe, nächtlichem Stuhldrang und unwillkürlichem Stuhlgang seit einem Jahr vorgestellt. Eine vor Monaten durchgeführte Gastroskopie, Koloskopie und Computertomographie zeigte eine Gastritis, Divertikel und 2 Polypen (histologisch Adenome) bei ansonsten unauffälligen Befund. Klinisch präsentierte sich der Patient in reduziertem Allgemein- und Ernährungszustand, das Abdomen war gebläht mit Druckdolenz im Ober- und Unterbauch.

Methode: In der Diagnostik fiel sonographisch im linken Mittelbauch eine Wandverdickung des Colon descendens und Sigmas mit einer 5 cm langen Kokkarde ohne Stenose und echoreichem mesenterialen Gewebe ohne Lymphadenopathie, koloskopisch eine 3 cm weite Tumorhöhle bei 40 cm ab ano sowie im Sigma eine Divertikulitis auf. Histologisch ließen sich entzündliche Veränderungen nachweisen. CT-morphologisch zeigte sich eine progrediente Wandverdickung im Dünndarm im linken Mittelbauch mit neu aufgetretener Infiltration des Colon descendens mit diffuser Lymphadenopathie mesenterial. Wir übernahmen den Patienten zur explorativen Laparotomie. Intraoperativ tastete sich im linken Mittelbauch und Colon descendens je eine derbe Raumforderung, durch welche eine Dünndarmschlinge hindurchzieht. Es erfolgt die Resektion des betroffenen Tumorkonglomerates mit Colon descendens und Jejunumteilresektion.

Ergebnis: Der histologische Befund ergab ein Konglomeratresektat mit Infiltraten eines B-Zell Non-Hodgkin-Lymphoms vom Typ des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms, mit diffuser Ausbreitung in regionäre Lymphknoten und einer Proliferationsaktivität bis zu 60% und CD 10-Expression. Der postoperative Verlauf war komplikationsfrei, es erfolgte die zeitnahe Entlassung mit onkologischer Anbindung zur weiterführenden Therapie.

Zusammenfassung: Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom ist mit ca. 25–35% aller NHL die häufigste Neoplasie des lymphatischen Systems, ausgehend von B-Zellen, welches mit ca. 10–15% als primäres NHL am häufigsten im Gastrointestinaltrakt auftritt. Unbehandelt ist die Prognose bei rasch progredienter Lymphknotenvergrößerung ungünstig mit jedoch guter Heilungsrate bei adäquater Therapie.