Logo

Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Chlamydien-induzierte sekundäre Peritonitis

M. Smikic - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland
B. Limper - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die 16-jährige Patientin stellt sich initial bei gynäkologischen Kollegen mit abdominellen Beschwerden vor. Anamnestisch besteht Zustand nach diag. Laparoskopie mit Ovarialzystenentfernung rechts sowie simultane Appendektomie. Postoperativ kam zu einer fulminanten Gastroenteritis. Bei persistierenden Beschwerden mit Bauchschmerzen und Druckgefühl wurde die Patientin chrirurgisch mitbeurteilt. Klinisch zeigte sich eine weiche Bauchdecke mit sonographischen Nachweis auf diffuse freie Flüssigkeit. Laborchemisch leicht erhöhte Entzündungswerte. Miktion und Stuhlgang unauffällig.

Methode: Bei peristierenden Bauchbeschwerden mit Druckgefühl und unklaren Aszites erfolgte die Indikation zur Laparoskopie. Intraoperativ zeigte sich ausgeprägte Adhäsionen mit seröser Asites und sekundärer Peritonitis. Es erfolgte die probeentnahme, Spülung sowie Drainageanlage.

Ergebnis: Aufgrund des intraoperativen Befundes wurde eine antibiotische Therapie eingeleitet. Zur weiteren Diagnostik wurden weitere Abstriche entnommen. Dabei ließen sich Chlamydien im Drainagesekret und im Vaginalabstrich nachweisen. Die antibiotische Therapie wurde daraufhin auf Doxycyclin umgestellt. Der weitere postoperative Verlauf war unauffällig. Die Patientin wurde nach einer Woche beschwerdefrei nach Hause entlassen.

Zusammenfassung: Chlamydia trachomatis ist mit jährlich über 129 Millionen Neuerkrankungen weltweit (WHO, 2022) der häufigste Erreger sexuell übertragbarer Infektionen. In bis zu 20% der Fälle kann es zu einer aufsteigenden Infektionen mit Entwicklung einer entzündlichen Beckenerkrankung (PID) kommen. Eine seltene, in der Literatur jedoch dokumentierte Komplikation stellt die chmalydieninduzierte sekundäre Peritonitis dar, die sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eine Herausforderung darstellt.