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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Sexualfunktion von Partnerinnen vor und nach operativer Therapie des Benignen Prostatasyndroms

Elisabeth Soelkner - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Klara Pohl - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Hanna Zurl - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
Anna Mangge - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
Lukas Scheipner - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Conrad Leitsmann - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Maximilian Seles - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Johannes Mischinger - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Sascha Ahyai - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich
Michaela Bayerle-Eder - Universitätsklinik für Innere Medizin, Wien, Endokrinologie und Stoffwechsel, Wien, Österreich
Marianne Leitsmann - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich

Text

Einleitung: Die weibliche Perspektive zur operativen Therapie des benignen Prostatasyndroms (BPS) bleibt in der Forschung weitgehend unberücksichtigt. Sexuelle Gesundheit ist ein partnerschaftliches Thema und Veränderungen der männlichen Sexualfunktion nach BPS-Operation können die weibliche Sexualfunktion beeinflussen. Diese Studie untersucht systematisch die Sexualfunktion von Partnerinnen mittels des validierten Female Sexual Function Index (FSFI) vor und nach operativer BPS-Therapie ihrer Partner.

Methodik: Diese unizentrische, prospektive Beobachtungsstudie rekrutiert heterosexuelle Paare (maximal n=90), deren männliche Partner sich einer operativen BPS-Therapie (Rezum™, TURP oder HoLEP) unterziehen. Primärer Endpunkt ist die Veränderung der weiblichen Sexualfunktion gemessen mittels FSFI. Sekundäre Endpunkte umfassen weiblichen sexuellen Distress (FSDS-R), Erektionsfähigkeit (IIEF-15), Lebensqualität (PROMIS-10), und die partnerschaftliche Sexualität (Partner Performance Questionnaire, PPQ; Sexual Life Quality Questionnaire, SLQQ). Einschlusskriterien: Alter >18 Jahre, aktives Sexualleben. Ausschlusskriterien: sexuelles Trauma, Depression, Medikamenteneinnahme mit Einfluss auf die Sexualfunktion. Die Befragungszeitpunkte sind präoperativ sowie 3, 6 und 12 Monate postoperativ.

Ergebnisse: Zwischen Mai 2025 und Dezember 2025 wurden von 181 kontaktierten BPS-Patienten 37 Paare (20,4%) in die Studie eingeschlossen. Die Baseline-Antwortrate betrug 83,8% (31/37 Partnerinnen) und im 3-Monats-Follow-up 70% (21/30). Die FSFI-Analyse (n=19) zeigte einen mittleren Baseline-Score von 17,93 ± 6,90, was eine erhebliche präoperative Beeinträchtigung der Partnerinnen belegt (Cut-off für Dysfunktion ≤26,55). 63% zeigten 3 Monate postoperativ eine Verbesserung des FSFI-Scores, mit einem mittleren Score von 20,14 ± 3,72.

Schlussfolgerung: Diese Analyse zeigt eine präoperative sexuelle Dysfunktion bei 95% der Partnerinnen von BPS-Patienten. Trotz mittlerer Verbesserung des FSFI-Scores 3 Monate postoperativ (+2,21 ± 7,78 Punkte) befanden sich alle Partnerinnen im dysfunktionalen Bereich (≤26,55). Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer partnerschaftszentrierten Perspektive in der urologischen Versorgung.