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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Schmerzsymptome bei Frauen mit apikalem Deszensus vor und nach vaginaler, ligamentärer, bilateraler, netzgestützter sakrospinaler Fixation

Aleksander Antoniewicz - Urologische Klinik München-Planegg, Planegg, Deutschland
Bernhard Liedl - Urologische Klinik München-Planegg, Planegg, Deutschland
Alexander Yassouridis - Urologische Klinik München-Planegg, Planegg, Deutschland
Maren Wenk - Klinik für Urologie und Urochirurgie, Universitätsmedizin Mannheim, Mannheim, Deutschland

Text

Einleitung: Beckenschmerzen sind häufige Symptome bei Frauen mit urogenitalem Prolaps (POP). Reizung der Nervenfasern des Plexus pelvicus durch Hypermobilät des Apex scheint ursächlich zu sein. Versagen konservative Maßnahmen stellt sich die Frage nach einer operativen Korrektur des Prolaps. Bislang gibt es nur wenige Publikationen, die eine Schmerzbeobachtung prä- versus postoperativ nach chirurgischer Prolapskorrektur durchführten. Die Daten der Propelstudie (NCT 00638235) erlauben eine Beobachtung der Schmerzhäufigkeiten postoperativ gegenüber präoperativ.

Methodik: In dieser prospektiven Multi-Center-Studie unterzogen sich 277 Frauen mit 2.–4.gradiger Zysto- oder Rektozele mit oder ohne apikalem Descensus einer vaginalen netzgestützten apikalen beidseitigen sakrospinalen Fixation mit dem Elevate-System. 4 Schmerzfragen des Pelvic-Floor-Disorder-Inventory-(PFDI)-Fragebogens wurden zur Analyse präoperativ und 2 Jahre postoperativ verwendet, wobei die Häufigkeit mäßiger und starker Beschwerden interessiert.

Ergebnisse: Präoperativ ergab sich bei 109 Probandinnen ein 1. gradiger apikaler Deszensus und bei 137 Probandinnen ein 2.–4. gradiger apikaler Prolaps. Die Häufigkeiten der Schmerzsymptome waren bei den Frauen mit 1. gradigem Descensus ähnlich hoch wie bei den Frauen mit 2.–4. gradigem Prolaps (23–66%). 24 Monate postoperativ konnte bei 159 Frauen die Prävalenzen der unterschiedlichen Schmerzsymptome mäßiger und starker Ausprägung ermittelt werden. Nach Korrektur eines 1. gradigen apikalen Descensus ebenso wie nach Korrektur eines 2.–4. gradigem Prolaps zeigten sich Heilungsraten (definiert mit Verschwinden mäßiger und starker Beschwerden) von 81–90%, abgesehen von Kreuzschmerzen, die geringere Heilungsraten von 43–68% aufwiesen (Tabelle 1 [Tab. 1]). Die Unterschiede der Häufigkeiten prä- versus postoperativ waren hochsignifikant (p<0,001).

Tabelle 1: Häufigkeit moderater oder starker Beschwerden vor und 2 Jahre nach vaginaler, netzgestützter apikaler Prolapskorrektur : Heilung definiert mit Verschwinden moderater und starker Beschwerden.

Schlussfolgerung: Unterschiedliche Beckenschmerzen traten bei Frauen mit urogenitalem Prolaps häufig auf, auch bei 1. gradigem apikalem Descensus. Die apikale netzgestützte sakrospinale Fixation ermöglichte Heilungsraten bis zu 90%. Eine Schmerzbeobachtung prä- und postoperativ soll künftig bei Studien diesbezüglich durchgeführt werden, um die Therapieeffekte auch anderer Operationstechniken zu evaluieren.