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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Wenn Technik den Alltag verändert: Funktionelle Erfolge nach ZSI-Sphinkter-Implantation

Andrii Kravchyk - Andrii Kravchyk, Urologie, Hof, Deutschland

Text

Einleitung: Der artifizielle Sphinkter gilt als Goldstandard in der Behandlung der hochgradigen männlichen Belastungsharninkontinenz. Der einteilige ZSI-375®-Sphinkter wurde entwickelt, um Implantation und Handling zu vereinfachen. Ziel dieser Studie war die Evaluation von Sicherheit, Erfolgsrate und Komplikationsrate nach Implantation des ZSI-Sphinkters im Langzeitverlauf.

Methodik: In dieser retrospektiven Single-Center-Studie wurden alle Patienten analysiert, die einen ZSI-Sphinkter erhielten. Insgesamt wurden 25 Patienten eingeschlossen, 23 standen für Follow-up zur Verfügung. Erfasst wurden peri- und postoperative Komplikationen, Re-Operationen und funktionelle Ergebnisse. Behandlungserfolg wurde anhand postoperativer Kontinenz beurteilt; soziale Kontinenz wurde als Bedarf von maximal einer Vorlage pro Tag definiert. Das mittlere Follow-up betrug 57,8 Monate (Range: 14–99 Monate).

Ergebnisse: 73,9% der Patienten (17/23) erreichten soziale Kontinenz. Die Re-Operationsrate betrug 13% (3/23) – verursacht durch zwei mechanische Defekte und eine Infektion. Postoperative Komplikationen traten bei 4 Patienten auf, waren jedoch überwiegend operativ beherrschbar. Eine Explantation war in drei Fällen notwendig; bei zwei Patienten erfolgte eine erneute Implantation.

Schlussfolgerung: Die Implantation des ZSI-Sphinkters ist eine sichere und effektive Therapieoption bei postprostatektomischer Belastungsharninkontinenz. Die Vorteile sind u.a. auch die kürzere Op-Zeiten und die Möglichkeit einer Adjustierung. Langzeitergebnisse zeigen zufriedenstellende Kontinenzraten bei akzeptabler Komplikations- und Re-Operationsrate.