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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Präventive und therapeutische mikrochirurgische Verfahren von lymphatischen Komplikationen bei inguinaler Lymphknotendissektion

Jens Wallmichrath - Urologische Klinik München Planegg (UKMP), Planegg, Deutschland
Rüdiger G.H. Baumeister

Text

Einleitung: Risiken einer inguinalen Lymphadenektomie sind Lymphozelen, Lymphfisteln und Lymphödeme von Bein und äußerem Genitale. In der Praxis sind diverse Verfahren zur Vermeidung lymphatischer Komplikationen geläufig. Zur Primärprävention und auch Therapie dieser Komplikationen existieren moderne mikrochirurgische Ansätze, z.B. die selektive Ligatur, Interposition bzw. Transplantation autologer Lymphgefäße oder die Anlage lymphovenöser Anastomosen (LVA). Neben einem Literaturüberblick hierzu werden aktuelle eigene klinische Ergebnisse präsentiert.

Methodik: Patienten mit Peniskarzinom zum inguinalen invasiven Staging/Lymphadenektomie wurde die intraoperative Darstellung von Lymphbahnläsionen mittels Lymphografie und die befundabhängige mikrochirurgische Intervention mittels selektiver Lymphbahnligatur und/oder die Anlage lymphovenöser Anastomosen zur Primärrekonstruktion angeboten. Bei sechs Patienten (Alter m=71 Jahre) wurden 11 inguinale Dissektionen vorgenommen. Es wurden n= 8 modifizierte LK-Dissektionen (4x beidseits) durchgeführt, bei denen 5x selektive Ligatur(en) und/oder 2x lymphovenöse Anastomosen angelegt. Bei n= 3 Eingriffen wurde eine komplette LK-Dissektion (1x beidseits) vorgenommen, bei denen 2x eine selektive Ligatur und 1x eine LVA angelegt wurde.

Ergebnisse: In der Nachbeobachtungszeit über 8 bis 18 Monate zeigte sich kein chronisches Lymphödem (allerdings n=1 Beinschwellung über 4 Monate). Beobachtet wurden in vier Fällen Komplikationen mit Lymphozele/-fistel/Wunddehiszenz (d.h. 36% d.F.).

Schlussfolgerung: Inguinale Lymphknotendissektionen können langfristige Komplikationen nach sich ziehen. Der o.g. primärpräventive Ansatz kann helfen diese Komplikationsrate zu senken.