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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Thrombophlebitis der oberflächlichen dorsalen Penisvene nach Langstreckenflug: Kasuistik eines Morbus Mondor ohne klassische Risikofaktoren

Julio Ruben Rodas Garzaro - Klinik für Urologie, St. Elisabeth Klinikum Straubing, Straubing, Deutschland
Christian Gilfrich - Klinik für Urologie, St. Elisabeth Klinikum Straubing, Straubing, Deutschland
Matthias May - Klinik für Urologie, St. Elisabeth Klinikum Straubing, Straubing, Deutschland
Anton Kravchuk - Klinik für Urologie, St. Elisabeth Klinikum Straubing, Straubing, Deutschland
Johannes Moersler - Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, St. Elisabeth Klinikum Straubing, Straubing, Deutschland

Text

Einleitung: Der Morbus Mondor des Penis (penile Mondor disease, PMD) ist eine seltene, in der Regel selbstlimitierende oberflächliche Thrombophlebitis der V. dorsalis penis superficialis. Als auslösende Faktoren werden vor allem sexuelle Überbeanspruchung, lokales Trauma oder iatrogene Einflüsse beschrieben. Wir berichten über einen Fall im zeitlichen Zusammenhang mit einem Langstreckenflug und diskutieren eine prolongierte Immobilisation als möglichen prädisponierenden Faktor.

Methodik: Kasuistik eines 29-jährigen Mannes mit akut einsetzendem Penisschmerz und lokaler Schwellung. Die Diagnostik umfasste die klinische Untersuchung, farbkodierte Duplexsonographie sowie eine kontrastmittelgestützte Magnetresonanztomographie (MRT) zur Beurteilung einer möglichen Ausdehnung. Ergänzend erfolgte eine Labordiagnostik mit Entzündungs- und Gerinnungsparametern. Die Therapie war konservativ, mit klinischen und sonographischen Verlaufskontrollen.

Ergebnisse: Drei Tage nach einem transatlantischen Flug mit längerer Immobilisation stellte sich der Patient ohne relevante Vorerkrankungen mit einer druckschmerzhaften, strangförmigen Induration von etwa 4 cm Länge am dorsalen Penisschaft und diskretem Erythem vor. In der Duplexsonographie zeigte sich eine nicht komprimierbare oberflächliche dorsale Vene ohne Flusssignal, vereinbar mit einer frischen Thrombose (Abbildung 1a [Abb. 1]). Die MRT bestätigte die isolierte Thrombose der V. dorsalis superficialis und schloss eine Beteiligung der tiefen dorsalen Vene sowie eine Ausdehnung in pudendale oder femorale Abflusswege aus (Abbildung 2 [Abb. 2]). Die Gerinnungsdiagnostik war unauffällig, das C-reaktive Protein stieg transient bis 12,9 mg/L an. Die Therapie bestand aus nichtsteroidalen Antirheumatika, topischem Heparin, initial Enoxaparin und anschließend Apixaban über insgesamt drei Monate. Nach vier Wochen zeigte sich eine vollständige Rekanalisation (Abbildung 1b [Abb. 1]), nach drei Monaten war der Patient beschwerdefrei ohne Rezidiv.

Abbildung 1

Abbildung 2

Schlussfolgerung: Der PMD sollte bei klinischem Verdacht auf einen akuten „Venenstrang“ am Penis frühzeitig duplexsonographisch gesichert werden. Eine MRT kann zur sicheren Exklusion einer proximalen Ausdehnung beitragen. Bei fehlenden klassischen Auslösern sollte gezielt eine Reise- und Immobilisationsanamnese erhoben werden. Eine zeitlich begrenzte Antikoagulation kann bei unklarer Genese individuell erwogen werden.