52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
Robotisch-assistierte laparoskopische Pyeloplastik mit simultaner perkutaner flexibler Nephrolitholapaxie als einzeitiges Verfahren zur Rekonstruktion der Ureterabgangsstenose bei begleitender Nephrolithiasis: Single-Center-Erfahrungen und Steinfreiheitsraten
Text
Einleitung: Die Behandlung der Nephrolithiasis bei gleichzeitiger Ureterabgangsstenose stellt eine besondere therapeutische Herausforderung dar. Fortschritte in der robotisch-assistierten Chirurgie und der Endourologie eröffnen neue Behandlungsoptionen für komplexe Krankheitsbilder. Ziel dieser retrospektiven monozentrischen Studie war der Vergleich der robotisch-assistierten Pyeloplastik in Kombination mit intraoperativer perkutaner Nephrolitholapaxie und der standard-perkutanen Nephrolitholapaxie (PCNL) hinsichtlich Steinfreiheitsraten, Kosten und Folgeinterventionen.
Methodik: Eingeschlossen wurden 26 Patienten mit Ureterabgangsstenose und Nephrolithiasis, die zwischen Januar 2018 und Juni 2024 in unserem Zentrum mittels robotisch-assistierter Pyeloplastik mit simultaner flexibler Nephrolitholapaxie behandelt wurden. Als Kontrollgruppe dienten 66 Patienten, die sich einer konventionellen PCNL unterzogen. Die beiden Gruppen wurden im Verhältnis 1:1 anhand des Steinvolumens gematcht. Die Ureterabgangsstenose wurde mittels standardisierter robotisch-assistierter Pyeloplastik behandelt. Die Steinsanierung erfolgte nach der Eröffnung des Nierenbeckens über den 12-mm-Assistenztrokar mit einem flexiblen Nephroskop und einem Dormia-Körbchen. Perioperative Parameter, Steinfreiheitsraten, Re-Interventionen sowie die Therapiekosten wurden analysiert.
Ergebnisse: Nach dem Matching zeigten sich keine Unterschiede in den Basischarakteristika. Das Gesamtsteinvolumen war zwischen beiden Gruppen vergleichbar (Median: 1,69 cm3 vs. 1,40 cm3; p = 0,8). Das robotische Verfahren zeigte eine signifikant höhere initiale Steinfreiheitsrate (88,5% vs. 46,1%, p = 0,001) sowie eine höhere vollständige Steinfreiheitsrate nach dem Sekundäreingriff (100% vs. 73,1%, p = 0,01). Obwohl der robotische Primäreingriff mit einer längeren Operationszeit (154 vs. 102 Min., p < 0,001) und höheren initialen Kosten (8.607,1 € vs. 4.928,3 €, p < 0,001) verbunden war, zeigten sich nach Erreichen der vollständigen Steinfreiheit keine statistisch signifikanten Unterschiede mehr hinsichtlich der gesamten Operationszeit und der Gesamtkosten. Postoperative Komplikationen und die Dauer des stationären Aufenthalts unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen.
Schlussfolgerung: Die robotisch-assistierte Pyeloplastik mit intraoperativer flexibler Nephrolitholapaxie ist ein sicheres und effektives Verfahren zur einzeitigen Behandlung der Ureterabgangsstenose mit begleitender Nephrolithiasis. Weitere Studien zur Validierung unserer Ergebnisse sind erforderlich.



