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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Einfluss von SGLT2-Inhibitoren auf postoperative Komplikationen nach URS/PNL

Marcel Schwinger - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Clemens Meseck - Universität Würzburg, Medizinische Fakultät, Würzburg, Deutschland
Vincent Scheper - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Maximiliane Däuwel - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Timo Egenolf - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Robert Woidich - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Oliver Hahn - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Hubert Kübler - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland
Charis Kalogirou - Universitätsklinik Würzburg, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Würzburg, Deutschland

Text

Einleitung: SGLT2-Inhibitoren sind mit einer gesteigerten Glukosurie assoziiert, die perioperative Outcomes bei endourologischen Eingriffen potenziell beeinflussen kann. Ziel dieser Studie war die Analyse des Einflusses einer SGLT2-Inhibitor-Therapie auf postoperative Komplikationen nach endourologischer Steinsanierung.

Methodik: In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden Patienten eingeschlossen, die im Zeitraum 01.06.2024–31.03.2025 eine Ureterorenoskopie (URS), perkutane Nephrolithotomie (PNL) oder eine endoskopisch kombinierte intrarenale Chirurgie (ECIRS) erhielten. Es erfolgte eine Einteilung in drei Gruppen: Gruppe 1 Patienten ohne Diabetes mellitus (n=150), Gruppe 2 Patienten mit Diabetes mellitus ohne SGLT2-Inhibitoren (n=49) und Gruppe 3 Patienten mit Diabetes mellitus unter SGLT2-Inhibitoren (n=48). Primäre Endpunkte waren postoperative Komplikationen sowie Harnwegsinfektionen (HWI) während des stationären Aufenthalts und bis 30 Tage nach Entlassung. Zur Identifikation unabhängiger Prädiktoren wurde eine multivariate logistische Regression durchgeführt, adjustiert für Alter, Geschlecht, BMI, Age-adjusted Charlson Comorbidity Index (ACCI), Eingriffsart, präoperative Urinkultur, OP-Dauer und SGLT2-Inhibitor-Therapie.

Ergebnisse: Patient aus Gruppe 3 wiesen eine höhere Rate postoperativer Komplikationen auf (p<0,01). Hinsichtlich stationärer sowie poststationärer HWI zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. In der multivariaten Analyse waren eine SGLT2-Inhibitor-Therapie (p=0,026) sowie eine präoperativ positive Urinkultur (p=0,035) unabhängige Prädiktoren für das Auftreten von Komplikationen im stationären Verlauf. Eine präoperativ besiedelte Urinkultur war zudem ein unabhängiger Prädiktor für stationär auftretende postoperative Harnwegsinfektion (p=0,01).

Schlussfolgerung: Die Daten weisen darauf hin, dass eine SGLT2-Inhibitor-Therapie nach endourologischer Steinsanierung mit einer erhöhten Komplikationsrate assoziiert sein kann, unabhängig von klinischen und prozeduralen Faktoren. Eine positive präoperative Urinkultur war ein relevanter Prädiktor für infektiöse Ereignisse. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für eine sorgfältige präoperative Infektbeurteilung sowie eine individualisierte perioperative Risikoabschätzung bei Patient:innen unter SGLT2-Inhibitoren.